Zwinglikirche: Zwischen Partyszene und East Side Gallery - Kulturraum für Kirche, Kunst, Kultur und Geschichte
Diese Kirche, gebaut im Jahre 1908, mit einer sehr interessanten wechselvollen Geschichte, ist für Berlin-Besucher, die etwas mehr über Berlin wissen möchten, ein idealer Ort. Ist sie doch beispielhaft für einen wichtigen Teil der Geschichte Berlins.
Zur Zwinglikirche
Die Kirche verfügte einst über 1200 Sitzplätze und wird dominiert durch einen schlanken Turm mit einer gewaltigen Höhe von 76 Metern. Sehenswert im Innern ist die wunderschöne Ornamentik, die Übergänge zum Jugendstil aufweist. Man wundert sich über das große Standbild von Gustav Adolf, doch nach ihm sollte die Kirche ursprünglich benannt werden, und über das Standbild von Kurfürst Joachim II., doch er führte die Reformation in Brandenburg ein.
Die Lage
Die Zwinglikirche liegt in der Gegend von Warschauer Brücke, East Side Gallery und der angesagtesten Party- und Clubszene Berlins im ehemaligen Ostbezirk Friedrichshain.
Glühlampen-Standort
Dieser seit 1905 industriell dominierte Stadtteil war geprägt durch den Glühlampenhersteller „Osram“ und nach 1945 durch „Narva“ - ein „volkseigener“ Betrieb in der DDR, der Leuchtmittel (insbesondere Glühlampen) herstellte.
Vom Ende als Kirche und von einem Neubeginn
Ihren Dienst als Kirche hat dieses imposante Bauwerk schon lange aufgegeben, da die geringe Zahl der Gemeindemitglieder einen Kirchenbetrieb nicht mehr lohnte. Jahrelang wurde sie nicht genutzt, bis sich einige Bürger mit Idealismus, aber ohne Geld, im Jahre 2007 aufmachten und den „KulturRaum Zwinglikirche e.V.“ gründeten. Dies war der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte, Der Verein hauchte diesem imposanten Baudenkmal wieder Leben ein und ist heute von bedeutender gesellschaftliche Funktion über den Stadtteil hinaus.
Das kulturelle Angebot
Nur durch bürgerschaftliches Engagement geschaffen, stehen heute Ausstellungen, Kino, Lesungen und politischen Hearings auf dem Programm, Veranstaltungen, die Berlin-Besuchern eine echte Empfehlung wert sind. Eine Führung mit dem Vorsitzenden des Vereins, Professor Martin Wiebel, ist sehr zu empfehlen und ein echtes Erlebnis. Er erklärt seinen Besuchern auch, warum die Kirche mit offen gezeigten Glühbirnen beleuchtet wird.
Sonstiges
Der „KulturRaum Zwinglikirche“ ist ständiger Kooperationspartner des Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg und wurde 2010 als „Ausgewählter Ort 2010“ im Wettbewerb „Deutschland, Land der Ideen“ für seine innovative Stadtteilarbeit ausgezeichnet. Veranstaltungshinweise für die Zwinglikirche findet man in den News von „Treffpunkt Berlin“.
Zwinglikirche
Rudolfstraße 14, 10245 Berlin
Besuchszeiten am besten telefonisch (030-29005996) oder per Email (info(at)kulturraum-zwinglikirche.de) vereinbaren. Ist die Kirche geöffnet, ist dies durch einen Plakatständer „Kirche offen“ sichtbar.
Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Anfahrt
S- und U-Bahn: Bahnhof Warschauer Straße
Buslinie 347: Haltestelle Lehmbruckstraße



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