Kurfürstendamm: Vom Sumpfgebiet, zum Boulevard, zur City West

Es war einmal ein Sumpfgebiet … So könnte das Märchen von Kurfürstendamm beginnen, den die Berliner nur Ku'damm nennen, und er ist ein Spiegelbild deutscher Geschichte, das im Kaiserreich begann.

Die Geschichte des Kurfürstendamms beginnt bereits im Jahre 1542 als sich der Kurfürst im Grunewald ein Jagdschloss bauen ließ. Um dahin zu kommen, musste auch ein Weg vom Stadtschloss in den Grunewald angelegt werden, der bereits auf einer alten Karte aus dem Jahre 1685 als „Churfürstendamm“ vermerkt ist.

Bismarck ist es zu verdanken
Im Prinzip ist heute die Berliner Luxusmeile Otto von Bismarck zu verdanken, der 1883 forderte, den einstigen Weg zu einer großen und vor allem breiten Straße auszubauen. Und Bismarck nahm sich gleich einen weltberühmten Boulevard zum Vorbild, die Pariser Champs-Elysées.

1875 wurde beschlossen den Kurfürstendamm auf 53 Meter zu verbreitern.
Erst 1883 wurde mit dem Ausbau der Straße begonnen. Noch heute gilt der 5. Mai 1886 als die „Geburtstag“ des Kurfürstendamms, wurde doch an diesem Tag eine Dampfstraßenbahn vom Zoologischen Garten nach Halensee in Betrieb genommen.

City West - nicht nur eine Shoppingmeile
Heute ist von einer Dampfstraßenbahn wahrlich nichts mehr zu sehen, heute ist der Kurfürstendamm im Gegensatz zum Boulevard „Unter den Linden“ ein Boulevard des exklusiven Einkaufens, des Theaters, der Kinos und der Nobel-Hotellerie, vor allem aber der Mittelpunkt der „City West“, während der Alexanderplatz Mittelpunkt der „City Ost“ ist.

Die City West - eine einzige Shoppingmeile
Kurfürstendamm ist eigentlich zum Oberbegriff für die „City West“ geworden, die das gesamte Gebiet rund um die Gedächtniskirche umfasst, zum Beispiel auch den Wittenbergplatz mit dem „Kaufhaus des Westens“ oder die Einkaufsstraßen Tauentzien, Joachimstaler Straße, Augsburger Straße, aber auch das „Europacenter“ am Breitscheidplatz und noch anderes mehr.

Die detaillierten Beschreibungen der Highlights am und rund um den Kurfürstendamm folgen in unregelmäßigen Abständen.

Hier schon einmal alle Straßen, Gebäude und Plätze, die zur „City West“ gerechnet werden: Bleibtreustraße, Budapester Straße, Europa Center, Fasanenstraße, Giesebrechtstraße, Goethestraße, Grolmanstraße, Joachim-Friedrich-Straße, Kantstraße, Knesebeckstraße, Kudamm-Karree, Kurfürstendamm, Leibnizstraße, Lietzenburger Straße, Marburger Straße, Meinekestraße, Mommsenstraße, Neues Kranzler Eck, Nürnberger Straße, Ludwigkirchplatz, Savignyplatz, Schlüterstraße, Tauentzienstraße, Uhlandstraße, Walter-Benjamin-Platz, Westfälische Straße, Wilmersdorfer Straße, Wittenbergplatz.