Berliner Funkturm: Ein Eiffelturm im Kleinformat

Der Berliner Funkturm überragt das Ausstellungs- und Messegelände im Charlottenburger Bezirk Westend. Das unter Denkmalschutz stehende Messe-Ensemble ist Veranstaltungsort aller bedeutenden Messen der Hauptstadt. So werden unter dem Funkturm unter anderen die „Grüne Woche“, die „Internationale Tourismusbörse“ oder die „Internationale Funkausstellung“ veranstaltet. Der Funkturm wird gemeinhin auch als „langer Lulatsch“ bezeichnet und zählt zu den Wahrzeichen Berlins.

Kleine Geschichte des Funkturms
Mit dem Bau des Funkturmes wurde 1924 begonnen. Die 600 Tonnen schwere Stahlgitterkonstruktion wurde ursprünglich als reiner Sendemast konzipiert. Pate stand unübersehbar der berühmtere Pariser Eiffelturm. Am 3. September 1926 wurde der Funkturm anlässlich der 3. Funkausstellung offiziell seiner Bestimmung übergeben. Den Sendebetrieb allerdings hatte man bereits ein Jahr früher aufgenommen.
1929 wurde vom Berliner Funkturm das weltweit erste Fernsehbild gesendet. Nachdem der neue Großsender in Berlin-Tegel 1933 seine Arbeit aufnahm, kam dem Mittelwellensender des Funkturmes nur noch eine untergeordnete Rolle zu.

Wechselnde Aufgaben des Funkturms
Schlagzeilen machte der Funkturm 1935, als eine zusätzlich Antenne angebracht wurde und der weltweit erste „Fernsehkanal Paul Nipkow“ regelmäßig auf Sendung ging.

Der dreibeinige Turm
Im Zweiten Weltkrieg diente der Funkturm als Warn- und Beobachtungsposten - als der Funkturm bei einem Bombenangriff getroffen wurde, stand er vorübergehend auf nur drei Beinen. Der Schaden wurde mit sieben Tonnen Stahl und 800 Kilogramm Schrauben behoben.
Um UKW- und Fernsehprogramme empfangen zu können, wurde 1951 auf seiner Spitze eine sogenannte „Schmetterlingsantenne“ angebracht, wodurch der Funkturm mit 150 Metern seine Maximalhöhe erreichte.

Das Ende als „Funk“-Turm
Anfang der 1960er Jahre wurde in Berlin entschieden, dass ein neuer, leistungsstärkerer Sendemast an einem Standort mit größerer Reichweite am Scholzplatz am Grunewald errichtet wird, um in der damaligen DDR eine größere Reichweite zu erzielen. Wegen des neuen Sendemastes wurde am 15. Mai 1963 die reguläre Ausstrahlung von Fernseh- und Rundfunkprogrammen via Funkturm vollständig eingestellt wurde.
Durch der Demontage der gesamten Sendeanlagen im Jahre 1989 ist der Berliner Funkturm heute „nur“ noch 147 Meter hoch. Lediglich der Sendemast auf der Turmspitze wird noch für den Polizei- und Mobilfunk genutzt.

Restaurant und schöne Aussicht
In 52 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant, das nach wie vor im Stil der sogenannten „Goldenen 20er Jahre“ eingerichtet ist. Ein gläserner Lift befördert Besucher in vier Sekunden auf die Aussichtsplattform in 124 Metern Höhe, von wo aus man einen schönen Blick auf den Grunewald, auf das Messegelände bis hinüber in den Osten der Hauptstadt hat.

Tipp: Der beeindruckende Blick vom Funkturm über das nächtliche Berlin sollte im Besuchsprogramm fest eingeplant werden.

Funkturm Berlin
Hammarskjöldplatz 1, 14055 Berlin
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 bis 23 Uhr, Montag 10 bis 20 Uhr
Eintrittspreise
4 Euro, ermäßigt 2 Euro
Anfahrt
S-Bahn: S41, S42, S46, Bahnhof Messe Nord/ICC:
U-Bahn: U2, Bahnhof Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz