Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Wer auf der linken Seite der Ebertstraße durch die Lindenallee auf dem Weg vom  Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor oder zum Reichstag ist, sieht am Rand des Großen Tiergartens das „Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“. Es wurde vom dänisch-norwegischen Künstlerduo Michael Elmgreen und Ingar Dragset gestaltet und ist heute noch in seinem Aussehen umstritten.

Das Denkmal wurde aufgrund eines Bundestags-Beschlusses errichtet und am 27. Mai 2008 feierlich eingeweiht. Das Denkmal wird von der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ betreut und liegt genau gegenüber der Holocaust-Gedenkstätte.

Von den Nazis verfolgt und ins KZ verschleppt
Die Nazis verfolgten Homosexuelle auf grausame Weise. Homosexualität wurde kriminalisiert, der berüchtigte § 175 des Strafgesetzbuches verschärft und ausgeweitet. Bereits ein Kuss unter Männern wurde gnadenlos bestraft. Verurteilung nach dem § 175 hieß immer Gefängnis oder Zuchthaus, man schätzt heute, dass über 50.000 Homosexuelle verurteilt wurden, teilweise erfolgten sogar Kastrationen.

Der Paragraph 175 war noch bis 1969 gültig
Tausende Schwule wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslager gesteckt, viele von ihnen überlebten dies nicht. In der Bundesrepublik Deutschland war der § 175 bis 1969 unverändert Gesetz.
Dies betraf allerdings „nur“ Männer, lesbische Liebe wurde nicht verfolgt.

Erinnerung muss Mahnung sein
Zitat: „Mit diesem Denkmal will die Bundesrepublik Deutschland die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wach halten und ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen.“

Im Denkmal selbst befindet sich ein Bildschirm, auf dem man zwei sich küssende Männer sieht. Auch Anlass dafür, dass es immer wieder zu Zerstörungen kommt. Anlässlich des „Christopher Street Days“ werden traditionell am Denkmal Kränze niedergelegt, um den verfolgten Homosexuellen zu gedenken.