Hackesche Höfe – zurecht ein Touristen-Magnet

Um die Bedeutung und den Wert der Hackeschen Höfe zu verstehen, muss man die Geschichte dieses einmaligen Highlights eines jeden Berlin-Besuchs kennen.

Kurze Geschichte
Das labyrinthische Geflecht aus acht Höfen am Rande des ehemaligen Scheunenviertels ist zwar Deutschlands größter Wohn- und Gewerbehof, ein 9200 Quadratmeter großes Grundstück, war eher Zufall. Ein Bürger namens Quidlitz bot 1905 seine Räume verschiedenen Nutzern an, um sein Vermietungsrisiko zu senken. Vergleichbare Mischformen lassen sich in zahllosen Berliner Hinterhöfen entdecken. Das Vorderhaus wurde zu einem Bürogebäude mit werblicher Fassade, der erste Hof fungierte als Festplatz, um den sich diverse Vergnügungsstätten versammelten. Die Fassaden des zweiten Hofs künden von den Arbeitsabläufen der dahinter liegenden Stockwerksfabriken, ebenso die ruhigen Formen der übrigen Höfe, hinter denen 92 Wohnungen liegen. Die Tatsache, dass diese Vielfalt bis zur Wiedervereinigung überlebte, spricht für die Stärke dieses Konzepts.

Die Idee und der Aufbruch
1991 organisierten sich Künstler, Gewerbetreibende und Anwohner in der „Gesellschaft Hackesche Höfe“ und entwickelten gemeinsam mit dem Architekten Frank Augustin ein Konzept zur Förderung urbanen Lebens. Ein Grundvertrag schrieb die Anteile für Kultur (20 Prozent), Wohnen und Gewerbe (je 40 Prozent) sowie ein Mischsystem fest, bei dem die Büros die kulturellen Einrichtungen der Anlage subventionieren.

Die Übergabe eines sanierten Teilstücks der Hackeschen Höfe, zu der sich im Juni 1995 um die 50.000 Schaulustige versammelten, wurde zu einem Aufbruchsignal für die Wiederinbetriebnahme der kulturellen Mitte Berlins.

Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung, Zweckentfremdung (Festsäle) und Zerstörung (Straßenfassade) gelten die Hackeschen Höfe seit ihrer Sanierung in den neunziger Jahren als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Berlins. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Investoren, der Denkmalschutz-Behörde sowie dem Verein Hackesche Höfe e. V. als Vertreter der Mieter ließ die Sanierung und die neue Nutzungskonzeption der Hackeschen Höfe zu einer Erfolgsstory werden, die in den letzten Jahren in der näheren Umgebung der Höfe zahlreiche Nachahmer fand. So wirkten die von Investoren auch als Ankerplatz bezeichneten Hackeschen Höfe als Motor für die Revitalisierung eines lange vernachlässigten Stücks Alt-Berlin.

Die Höfe im Detail
Hof 1 (Endellscher Hof)
Der von dem Jugendstil-Künstler und Architekten August Endell entworfen wurde, beherbergt „Anatre“: Feinkost & Catering, „Chamäleon“: Varieté, Filmtheater, „Hackescher Hof“: Restaurant, Kleiner Festsaal, MLP: Finanzdienstleister, New Roses: Agentur, Oxymoron: Restaurant & Club, Puma: Concept Store Berlin, Starbucks: Coffee House.

Hof 2 (Theaterhof)
Aedes: Café und Galerie, Artificium: Kunstbuch und Galerie, BDI: Bearing Discount Int., Diener und Diener: Architekturbüro, Jost: Kulttaschen, KP3 Medien: Agentur, LAP: Ingenieurbüro, Lumas Editionsgalerie: Galerie, nps tchoban voss: Architekten, SchömannCorporate: Agentur, Studio Funk: Produktionshaus.

Hof 3 (Kunsthof)
Hier befindet sich einer der wichtigsten Mode-Shops: „berlinerklamotten“  wurde im Sommer 2004 gegründet. Mit 140 Berliner Modedesignern ist berlinerklamotten™ die Nr.1 in Mode aus der Metropole. Auf einer knapp 300 Quadratmeter großen Fläche präsentieren abwechselnd die Designer ihre Kollektionen, die den Style der Stadt entwickeln und die Basis für Berlin als Modestadt bilden. Der „berlinerklamotten“-Shop wurde in die Top 10 der weltweiten Top-Shops neben Adressen wie „Armani Taipeh“, „Diesel Shanghai“, „Louis Vuitton Paris“ und „Porsche Design New York“ gewählt.
In diesem Hof werden auch Skulpturen und Ausstellungen gezeigt.
Weiterhin „A trans Pavilion“: Galerie und „Strenesse: Mode.

Hof 4 (Brunnenhof)
arrey kono: Mode, Hanleys: Hair Company, Jordan: Kollektionen und Modellkleidung, Lisa D.: Mode, Perlin: Schmuck, Quasi Moda: Vier Designerinnen, die seit 1989 sinnliche Großstadtmode entwerfen, offen, wissend, leicht und erotisch, Schmuckwerk: Schmuck, Serendipity: Accessoires, Schmuck und Wohn-Accessoires, thatchers: Mode, trippen:  Schuhe.

Hof 5 (Kastanienhof)
Vor den Hackeschen Höfen regeln die legendären Ampelmännchen den Fußgängerverkehr. Drinnen im Hof V kann man sich im originalen Ampelmann- Galerie-Shop einen kleinen Einblick in die Geschichte des Ampelmännchens verschaffen. Vom Schlüsselanhänger über Schneemänner, Fruchtgummis, T-Shirts bis zum Partylöwen und dem Rosenkavalier gibt es hier 1000 Dinge, die die Designwerkstatt im Hof II in die Formen der kleinen roten und grünen Männchen zu bringen wusste. Hier haben sich auch FREItag: Mode und Lisa D.: Mode niedergelassen.

Hof 6 (Sophienhof)
Am Ausgang der Hackeschen Höfe in die Spandauer Vorstadt befindet sich ein Billardsalon, „Tanzetage“: Tanzschule und „trippen“: Schuhe

Hof 7 (Handwerkerhof)
Bartsch: Elektrobetrieb, Golem: Jugendstil-Manufaktur, Levy's Contor: Spiele und „ute allocca“: Mode.

Hof 8 (Wohnhof)
Avalon: Mode, FREItag: Mode, Wunderbild: Galerie-Shop, Sophienclub: Der Sophienclub besteht aus zwei verschiedenen Floors. Musikalischer Schwerpunkt: Soul, Funk, Black Music, House, Dance Floor Classics.
Machen Sie durch unsere Bilder schon jetzt einmal einen Rundgang durch diese Berliner Institution, die man bei seinem Berlin-Besuch auf keinen Fall versäumen darf.

Adresse
Rosenthaler Straße 40/41, Sophienstraße 6, 10178 Berlin (Mitte)
Anfahrt
Auf keinen Fall mit einem PKW anreisen, Parkplätze gibt es praktisch keine.
Station Hackescher Markt
U-Bahn: Station Weinmeisterstraße, Linie U8
S-Bahn: Station Hackescher Markt
Straßenbahn: Station Hackescher Markt, Linien: 1 / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 13 / 15 / 53
Nachtbus: N 5 / N8 / N52 / N58