Friedrichstraße (2): Vom „Checkpoint Charly“ zum Friedrichstadtpalast

Wer auf den ersten Teil unserer Friedrichstraßen-Tour verzichten will, kann mit der U-Bahn „U6“ bis zur Haltestelle Kochstraße fahren und von dort aus Berlins neue Shopping-Meile entdecken, via Bahnhof Friedrichstraße mit einem Abstecher zum Schiffbauerdamm und zum Friedrichstadtpalast zu bummeln, um dann in einem Berliner Traditions-Restaurant, dem „Boulevard Friedrichstraße“, einen perfekten Abschluss zu finden.
 

Rummelplatz „Checkpoint Charly“
„Checkpoint Charly“, das ist Symbol und touristisches Muss. Hier ist es vorbei mit Ruhe und Gemütlichkeit: „Checkpoint Charly“ ist heute eine Mischung aus geschichtsträchtigem Symbol der Teilung Berlins und Rummelplatz, umgeben von zahlreichen Souvenirläden, Schnell-Restaurants und fliegenden Händlern. Busse zwängen sich durch die Friedrichstraße, und Touristen schieben sich auf den Gehwegen, um die eigentlich wenigen Fotomotive zu suchen. Sie drängen sich vor dem Museum Checkpoint Charly, dem Mauermuseum, fotografieren die letzte schon zerschlissene offizielle Fahne des Kremls, die nachgebaute Hütte der DDR-Grenzer und die davorstehenden nachgemachten russischen und amerikanischen Soldaten mit ihren Fahnen. Für ein Entgelt kann man sich zwischen die beiden Stellen, um ein Foto machen zu lassen.

Checkpoint Charly“ verdrängt die schlimme Geschichte der Teilung, verkehrt die Geschichte Berlins zu einem geldgierigen Spektakel. „Checkpoint Charly“ ist der Teilung Berlins unwürdig, und wenn die Bauzäune mit den informativen Schaubildern über die Mauer einmal wegfallen, dann wird nicht mehr viel von Realität und Respekt übrig bleiben. Deshalb sollte man diesen Trubel schnell verlassen, denn echte Information mit dem notwendigen Respekt findet man an anderen Orten, die wir noch separat beschreiben.

Einkaufsstraße Friedrichstraße
Nun beginnt die Glitzerwelt der Einkaufsmeile Friedrichstraße. Man erkennt es auf den ersten Blick gar nicht, was sich alles hinter den Fassaden verbirgt. Trotzdem zeigen viele Schaufenster, dass hier hochpreisige Markenware im Angebot der exklusiv ausgestatteten Geschäfte steht. In diesem Teil der Friedrichstraße wird man vergebens nach Billigläden suchen – hier kaufen die Menschen ein, die Marke und Qualität suchen und auch das nötige Kleingeld haben.

Kurfürstendamm oder Friedrichstraße?

Ob die Friedrichstraße allerdings eine Ost-Alternative zum Kurfürstendamm ist, darf bezweifelt werden, denn das Ambiente ist ein völlig anderes – zumindest von außen betrachtet. Der Kurfürstendamm ist ein echter Boulevard, die Friedrichstraße eine reine Einkaufsstraße. Doch wie gesagt, hinter den Fassaden sieht es anders aus. Hier regieren der feinste Zwirn, die edelsten Stoffe, das beste Leder und natürlich die neueste Mode. In den Läden der exklusivsten Marken werden Trends gesetzt. Und dies kommt auch dem Klientel der umliegenden Nobelhotels zugute, denn der Gendarmenmarkt liegt gleich in um die Ecke.

 

 Das „Lafayette“
Unverzichtbar ist aber ein Besuch im Edelkaufhaus „Lafayette“. Es ist mit Sicherheit das schönste Kaufhaus Berlins. Shopping in einem einmaligen Ambiente. 

Im Jahr 1996 erfolgt der Brückenschlag der Galeries Lafayette von Paris an die Spree. Die erste deutsche Dependance entstand in der Friedrichstraße, Ecke Französische Straße. Das Pariser Stammhaus setzte früh Berlin. Jean Nouvels Glastempel mit der Galeries Lafayette war das erste wahrnehmbare Lebenszeichen der Friedrichstadtpassagen.

Man sollte sich Zeit lassen, die Atmosphäre zu genießen, und vor allem ganz nach unten gehen, wo sich beste Lokalitäten und kleinere Boutiquen befinden. Alles ist edel und vom Feinsten und hochwertigster Qualität – selbst ein Espresso schmeckt hier besonders gut. Ein Paradies nicht nur für Mode, sondern auch für Gaumen und Seele.

Autosalons
Je näher man aber der Straße „Unter den Linden“ kommt, wechselt die Mode zum Auto. Auf der rechten Seite der Friedrichstraße findet man das pompöse Ausstellungshaus von Volkswagen. Man muss einfach ins Innere gehen und staunen, denn neben der VW-Palette kann man auch einen Blick in die Zukunft von Autos werfen: Prototypen der VW-Forschung! Ein kleines Stück weiter trifft man auf „Bugatti“ - mit einer völlig anderen Welt der Autos.

Weiter geht es in Richtung „Unter den Linden“. Dort angekommen sieht man links das Brandenburger Tor und rechts den Fernsehturm. Doch unser Rundgang geht weiter in Richtung „Bahnhof Friedrichstraße“, auch ein Symbol der Teilung, wo einst der sogenannte „Tränenpalast“ stand. Nirgendwo mussten die Berliner die Teilung ihrer Stadt so brutal erleben wie hier. Der „Bahnhof Friedrichstraße“ wird ebenfalls noch besonders beschrieben.

Von alledem ist heute nichts mehr zu sehen, heute geht man, wie überall in Berlin, wie selbstverständlich von Ost nach West und umgekehrt.

Tipp: Unter der S-Bahn-Brücke befindet sich das „Pergamon Bistro“ - ein preisgünstiger Imbiss, mit einem ausgezeichneten Döner und leckeren Pizzen.

Distel und Admiralspalast
Gleich nach der Brücke kommt auf der rechten Seite, momentan durch eine Baustelle etwas verdeckt, eine ehemalige Institution in der DDR, das Kabarett „Distel“. Die Kabarettisten haben es geschafft, durch geschicktes Taktieren ihrer Wortwahl immer wieder der DDR-Zensur ein Schnippchen zu schlagen – und heute steht die große Politik im Mittelpunkt – ohne jegliche Zensur. Karten für die Distel sind immer schnell verkauft, deshalb sind Reservierungen dringend zu empfehlen: www.distel-berlin.de.


Und gleich daneben befindet sich eines der bedeutendsten Kulturzentren Berlins: der „Admiralspalast“. In der kurzen Zeit seit der spektakulären Wiedereröffnung ist das Haus mit seiner einzigartigen Mischung aus Hochkultur und Clubszene, Glanz und Schweiß, Intimität und Exzess zu einem der wichtigsten kulturellen Hotspots der Hauptstadt avanciert.

Neben Aufsehen erregenden Groß-Produktionen wie der „Dreigroschenoper“ unter Regie von Klaus Maria Brandauer und Campino in der Rolle des Mackie Messer, „My Fair Lady“, „The Rocky Horror Show“ oder „The Producers“ nach der Kultkomödie von Mel Brooks, treten immer wieder Künstler wie Max Raabe und sein Palastorchester oder Helge Schneider im Admiralspalast auf. Auch den Admiralspalast werden wir noch gesondert beschreiben (www.admiralspalast.de).

Vorbei geht es nun am Melia-Hotel. Hier muss man die Friedrichstraße überqueren, um die Spree-Brücke auf der linken Seite zu überqueren. Unter der Brücke fahren die zahlreichen Ausflugsschiffe - und man hat einen schönen Blick auf den berühmten Schiffbauerdamm, wo man bereits das sich drehende Symbol des „Berliner Ensembles“ sieht.

 

 

Nach der Brücke biegt man links ab und hier beginnt der Schiffbauerdamm, und einige Meter auf der rechten Seite sieht man ihn sitzen, den berühmten Bertolt Brecht und noch ein Stück weiter sein Theater, das auch noch beschrieben wird. Für viele Berliner ist es das beste Theater der Stadt.

 

 

Der Schiffbauerdamm
Geht man am Schiffbauerdamm entlang, muss man auf der Straße gehen, denn auf der linken Seite, direkt an der Spree, befinden sich zahlreiche Einkehrmöglichkeiten der auf der rechten Seite liegenden Restaurants.
 

Der Schiffbauerdamm ist nur eine kleine, aber sehr schöne Straße, die man wieder zurück in Richtung Friedrichstraße geht, an der man links weitergeht.


Der Friedrichstadtpalast
Und dann sieht man das berühmte Revue-Theater „Friedrichstadtpalast“. Ebenfalls ein Relikt aus der DDR, das nach dem Mauerfall überlebt hat. Der Friedrichstadtpalast ist international bekannt für seine ausgezeichnete, aus 60 Frauen und Männern bestehende Ballettcompagnie, sein höchst vielseitiges Palastorchester und die deutschlandweit einzigartige Kinderrevue. Unverwechselbares  Markenzeichen ist die legendäre längste Girlreihe der Welt, bestehend aus 32 bildhübschen Girls mit 64 endlos langen Beinen. Beschreibung des Friedrichstadtpalasts folgt ebenfalls.

 

 

Quatsch Comedy Club
Steht man vor dem Friedrichstadtpalast, befindet sich auf dessen rechter Seite der Eingang zum „Quatsch Comedy Club“ - bekannt durch die gleichnamige Fernsehsendung von Thomas Hermanns (www.quatsch-comedy-club.de/berlin/).
 

 

 

Institution „Restaurant Boulevard Friedrichstraße“
Weiter rechts kommt man dann, an einem indischen Restaurant vorbei, zu einer echten Friedrichstraßen-Institution, das Restaurant „Boulevard Friedrichstraße“ von Steffen Stoffregen. Einst war es als „Charlys Bar“ vor allem Treffpunkt der Künstler des Friedrichstadtpalastes, heute mischt sich internationales Publikum darunter. Im Inneren schmücken Collagen, Fotos und alte Filmposter die Wände. Die Atmosphäre gleicht immer noch einer Bar, doch das „Boulevard“ hat sich zu einem anerkannten Restaurant entwickelt – mit eindeutigem Schwerpunkt auf deutsche Küche und einem reichlichen Steak-Angebot.

Ein herrlicher Biergarten
Vor dem Lokal hat Steffen Stoffregen einen wunderbaren Biergarten geschaffen, den man auch von der Friedrichstraße betreten kann. Hohe Bäume beschützen die Gäste, die sich in diesem wunderbaren Ambiente von der zehnköpfigen Crew des „Boulevard Friedrichstraße“ verwöhnen lassen können. Der richtige Ort, um sich von der Entdeckungstour „Friedrichstraße“ zu erholen oder nach dem Ende der Vorstellungen im „Friedrichstadtpalast“ oder im „Quatsch Comedy Club“ das Gesehene zu diskutieren – mit der Chance, hier auch die Darsteller zu treffen. 
 

       

Steffen Stoffregen hat auf eine Mittagskarte verzichtet, dafür gibt es an allen Werktagen bis 16 Uhr auf alle Gerichte seiner Speisekarte einen Preis-Nachlass von 20 Prozent. Und wer von einem der nettesten Kellner Berlins bedient werden will, der muss nach „Peter“ fragen und wird mit viel Humor hervorragend bedient werden.
Das „Boulevard“ hat keinen Ruhetag, öffnet um 12 Uhr, warme Mahlzeiten gibt es bis 23 Uhr und geöffnet ist in der Regel bis 24 Uhr.


Restaurant „Boulevard Friedrichstraße“, Friedrichstraße 106, 10117 Berlin-Mitte, Tel.: 030-2 83 34 37, www.boulevard-friedrichstrasse.de