Berlin Alexanderplatz: Unvollendet, lebendig und voller Widersprüche

Noch immer hat der Alexanderplatz kein Gesicht - und das nach über 20 Jahren nach der Wende. Berlin-Besucher sind nicht selten enttäuscht, denn der gesamte Platz kann an Schönheit mit keinem der anderen Plätze Berlins mithalten. Es war die Konzeptlosigkeit der Wendezeit, als man es versäumte, ein Gesamtkonzept für diesen für Berlin so bedeutenden Platz zu entwickeln.

Selbst der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit meinte einmal, dass dieser Platz den Ansprüchen Berlins in keiner Weise gerecht wird. Der Alexanderplatz ist heute noch ein Provisorium und unübersichtlich.

Was man sehen sollte
Trotzdem ist der Besuch des Alexanderplatzes Pflicht. Nicht nur als historischer Ort für die deutsche Wiedervereinigung, sondern auch wegen einiger sehenswerter Bauwerke und Installationen. Zum Alexanderplatz gehören der Fernsehturm, die Weltzeituhr, der Brunnen der Völkerfreundschaft und zahlreiche Kaufhäuser und Hotels.

Überragende geschichtliche Bedeutung
Kein anderer Platz in Berlin hat eine solch geschichtliche Bedeutung wie der Alexanderplatz. Man könnte bei einem geschichtlichen Rückblick bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, aber die bedeutendsten geschichtliche Momente beginnen Anfang des 19. Jahrhunderts, als das damalige Gelände noch ein Paradeplatz war.

Deutsch-russische Verbundenheit
Der 25. Oktober 1805 war der Tag, an dem die enge Verbundenheit des deutschen Königs Friedrich Wilhelm III. mit dem russischen Zaren Alexander I. auch dem Volke demonstriert werden sollte. Der Zar wurde nicht nur auf dem Paradeplatz begrüßt, sondern Friedrich Wilhelm III. gab dem Platz auch noch dessen Namen: Alexanderplatz, der heute meist nur noch „Alex“ genannt wird.

Wandlung zum „Shopping Center“
Anfang des 20. Jahrhunderts bekam der Alexanderplatz nicht nur ein völlig neues Gesicht, sondern entwickelte sich zu einem lebhaften Geschäftszentrum: Warenhäuser, wie es sie noch nie gab, entstanden. Damit wurde der Grundstein gelegt, um den Alexanderplatz als „Shopping Center“ zu etablieren, was er bis heute geblieben ist.

Verkehrsknotenpunkt Alexanderplatz
S-Bahn
Einer der wichtigsten Tage für den Alexanderplatz war der 7. Februar 1882, als der „Bahnhof Alexanderplatz“ eingeweiht wurde und am 15. Mai 1882 der Bahnhof für den Fernverkehr freigegeben wurde. Jahre später erst wurde der S-Bahn-Betrieb aufgenommen: Am 11. Juni 1928 fuhren die ersten elektrischen Triebwagen zum Bahnhof Alexanderplatz.
U-Bahn
Das größte Bauvorhaben war jedoch der Bau einer U-Bahn. Am ersten fertiggestellten Bahnsteig Alexanderplatz konnte die U2 am 1. Juli 1913 Passagiere aufnehmen, dann folgten die U5 und die U8. Die U8 war während der Teilung Berlins ein Symbol, wurde sie doch für die westliche Streckenführung komplett zugemauert, Züge durften nicht halten und ständig präsente DDR-Grenzer überwachten dies. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Nach der Wende wurde der „U-Bahnhof Alexanderplatz“, heute einer der größten Berlins, für rund 36 Millionen Euro runderneuert und die alte Streckenführung wieder hergestellt.

Von Bomben zerstört - der Zweite Weltkrieg
Die schwerste Zeit erlebte der Platz im Zweiten Weltkrieg. Der Krieg war fast zu Ende, als ein wichtiges Berliner Denkmal auf dem Alexanderplatz, die aus Kupfer bestehende „Berolina“, von den Nazis eingeschmolzen wurde, um aus ihr Kriegsmaterial zu machen. Es wird schon jahrelang darüber diskutiert, sie wieder auf dem Alexanderplatz zu neuem Leben zu erwecken, aber wie oben beschrieben, es gibt noch kein Konzept für eine Neugestaltung dieses Platzes - auch nicht für die Berolina.

Die Bomben zerstörten alle, wirklich alle Gebäude, die um den Platz gebaut wurden. Eine Mammutaufgabe für den Wiederaufbau und zur Rekonstruktion scheiterte an der Teilung Berlins. Die DDR beschloss ihre sogenannten „Grundsätze für die Neugestaltung der Berliner Innenstadt“ bereits im Jahre 1950, die dann auch umgesetzt wurden: Eine 90 Meter breite Straße vom Osten Berlins genau über den Alexanderplatz zum Boulevard Unter den Linden. Aufgrund dieses Planes wurde 1951 auch mit dem Bau der Stalinallee begonnen. Wichtiger Teil dieses Plans waren auch Wohnungsbauten des Plattenbaus, die heute zu einer Touristenattraktion geworden sind.

Zukunft ist ungewiss
Was letztendlich aus dem „Alex“ wird, weiß kein Mensch. Irgendwie hat man das Gefühl, dass ein endgültiger Bebauungsplan auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben ist. Doch das Zentrum Ost, wie der Alexanderplatz offiziell heißt, ist ein gute Gelegenheit um auf Shopping-Tour in den bekannten Kaufhäusern zu gehen. Auch deshalb, da heute der Platz autofrei ist und nur noch die Straßenbahn den Platz überquert.

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