Der Körnerpark: Aus einer Kiesgrube wurde ein Schmuckkästchen

Der Berliner Bezirk Neukölln ist ein sogenannter Problembezirk. Aber auch hier gilt: Nicht ganz Neukölln ist ein Problembezirk, trotz einem Ausländeranteil von 22,7 Prozent und rund 150 Nationalitäten. Zumindest im Sommer wird der historische Körnerpark zu einem multikulturellen Tummelplatz.

Kurze Geschichte
Der Kiesgrubenbesitzer Franz Körner vermachte im Jahr 1912 seine ausgediente Kiesgrube der Stadt. Diese nahm das Geschenk dankbar an und baute auf diesem Gelände zwischen 1912 und 1916 einen etwa 2,4 Hektar großen Park. Das Besondere am Körner Park ist seine Tiefe, er liegt an seinem tiefsten Punkt bis zu sieben Metern unter den ihn umgebenen Straßen.

An seiner Nord- und Südseite wird er durch wunderbare, sehr hohe Arkadenwände abgeschlossen, in seiner Hauptachse befindet sich eine Orangerie mit zwei wunderschönen Terrassen. Gegenüberliegend befindet sich eine interessante Kaskade und ein Fontänenbecken. Monumentale Treppenanlagen führen von den angrenzenden Straßen in den Park.

Schäden wegen Einflugschneise zum Flughafen Tempelhof
Der Körnerpark überstand den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden und konnte schnell wieder restauriert werden. Später jedoch, in den 1960er Jahren, wurden erhebliche Verfallserscheinungen an Mauern und Gebäuden entdeckt. Ursache war, dass sich der Park genau in der Einflugschneise des Flughafens Tempelhof befand, weshalb aus Gründen der Sicherheit ständig Teile des Parks für die Öffentlichkeit gesperrt wurden.

Perfekte und beeindruckende Restaurierung
Erst 1977 wurde mit der Rekonstruktion von Orangerie, Kaskade und der Umfassungsmauern begonnen, 2002 mit den Sanierungsarbeiten der wunderbaren Brunnenkaskade.

Heute ist der Park ein echtes Schmuckkästchen, von einer Schönheit, die man in Neukölln kaum erwartet. Im Sommer herrscht im Körnerpark ein buntes Treiben, und besonders der Fontänenbrunnen wird von Kindern dankbar zur Abkühlung genutzt.

Tipp von Treffpunkt Berlin
Fahren Sie an einem Sonntag mit der U-Bahn bis zum Bahnhof Neukölln, besuchen Sie den dortigen Flohmarkt (Flohmarkt Neukölln ). Gehen Sie dann zurück auf der Karl-Marx-Straße bis zur Schierker Straße, dort links einbiegen, und dann sind es nur noch 100 Meter bis zum Park. Genau auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein nettes Café. Spazieren Sie durch den kleinen, aber feinen Park, um vielleicht eine frische „Berliner Weiße“ zu genießen. Hier kann man sich wunderbar vom Flohmarkt-Rundgang erholen und im Sommer jeden Sonntagabend um 18 Uhr ein Konzert „umsonst & draußen“ erleben.

Körnerpark
Schierker Straße, 12051 Berlin-Neukölln
Anfahrt: U-Bahn U7 – S-Bahn S4, 45, 46, 86 jeweils Bahnhof Neukölln