Der Köllnische Park in Berlin

Die kleine Heimat der Stadtbären und noch viel mehr
Mitten in der Stadt, nur einige Meter von der Spree entfernt, findet der Berlin-Besucher ein kleinen, aber feinen Park, den Köllnischen Park. Treffpunkt Berlin möchte mit Ihnen dorthin einen Ausflug machen, der mehr hält als er eigentlich verspricht.

Anfahrt
Fahren Sie mit der U-Bahnlinie U8 bis zum Bahnhof Heinrich-Heine-Straße. Man kann auch die U2 bis zur Haltestelle „Märkisches Museum“ nehmen, aber für unseren kleinen Ausflug haben wir die erste Variante gewählt.
Wenn Sie die U-Bahn verlassen, dann nehmen Sie den Ausgang Köpenicker Straße. Oben angekommen, sehen Sie an der Kreuzung schon die blauweißen Hinweisschilder, überqueren Sie die Köpenicker Straße, gehen Sie dann nach links, nach etwa 50 Metern biegen Sie rechts in Straße „Am Köllnischen Park“ ein und gehen dort auf der linken Seite am „Haus am Köllnischen“ Park vorbei, um dann links in den Park einzubiegen.

Köllnischer Park - seine Geschichte in Kürze
Es ist sinnvoll zu wissen, welche Vergangenheit dieser uralte Park hat. Mitte des 17. Jahrhundert baute man um die Städte Berlin und Kölln zum Schutz der Bürger eine Festungsanlage und davor natürlich einen Festungsgraben. Als die Zeiten sich veränderten, wurden bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Festungsbauten wieder entfernt. Vorher schon, Anfang des 18. Jahrhunderts, entstand innerhalb dieser Festungsanlagen eine große Gartenanlage, die im Laufe der Jahre immer kleiner wurde, da Teile des Gartens neuen Straßen und Gebäuden zum Opfer fielen.
Das heutige Aussehen des „Köllnischen Parks“ stammt aus dem Jahre 1873, als der Rest zu einer landschaftlich geprägten Grünanlage mit einem Spielplatz umgestaltet wurde.

Märkisches Museum
1874 entstand am Rande des „Köllnischen Parks“ das „Märkische Provinzial-Museum“, das 1908 eröffnet wurde, es ist heute das Stammhaus der „Stiftung Stadtmuseum Berlin“. Dieser unglaublich interessante Bau alleine ist schon einen Besuch wert. Doch darüber werden wir in unserer Rubrik „Museen und Galerien“ detailliert berichten.

Der „Köllnische Park“ heute
Heute kann man im Park nur noch einen Turm aus dem Jahre 1893 sehen, der zur ehemaligen Stadtbefestigung gehörte. Es ist ein kleiner Rundbau aus Sandstein, an den direkt ein Kinderspielplatz grenzt.

Zu sehen ist auch noch Steinkunst, die im Zuge der Umgestaltung des Parks von 1969 bis 1971 aufgestellt wurde. Zahlreiche originale und kopierte Kunstwerke hat man im Park aufgestellt. Herauszuheben ist die 1791 geschaffene Figurengruppe „Herkules kämpft gegen den Nemëischen Löwen“ sowie eine überdimensionale „Vase mit mit sogenannten Bockskopfhenkeln“. Auf dem Weg zur Spree, an der Wallstraße, ist eine 1964 bis 1965 geschaffene Bronzeskulptur zu sehen, die den Berliner Milieu-Zeichner Heinrich Zille darstellt.

Der Bärenzwinger - Heimat der offiziellen Berliner Wappentiere
Gleich hinter dem Spielplatz führt der Weg zum Bärenzwinger. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde ein ehemaliges Straßenreinigungsdepot zu einem Bärenzwinger umgebaut, hier leben - mehr schlecht als recht - zwei Braunbärdamen namens Maxi und Schnute, die offiziellen Vertreter des Berliner Wappentiers, deren Fütterung man in der Mittagszeit beobachten kann.

Die wunderbare Spreepromenade
Vorbei am „Märkischen Museum“ sind es nur einige Schritte an die Spree. Eine wunderschön begrünte Promenade mit vielen Möglichkeiten, sich etwas auszuruhen, zieht sich an der Spree entlang. Geht man nach links, kommt man zum „Historischen Hafen“, wo man noch einige alte Schiffe sehen kann. Treffpunkt Berlin empfiehlt aber, sich erst einmal auf einer der vielen Bänke niederzulassen und dem regen Schiffsverkehr auf der Spree zuzuschauen. Links im Hintergrund erkennt man auch die Schleuse an der Jannowitzbrücke, wo sich ständig große und kleine Schiffe stauen. Und wer Lust hat, kann hier auch eine Schiffsrundfahrt starten, denn es befinden sich hier einige Anlegestellen der Ausflugsschiffe.

Tipp: Ausstellung „Stadtentwicklung - Pläne, Modelle, Projekte“
Am Köllnischen Park 3, diese Adresse sollte man sich merken, denn im dortigen Lichthof der „Senatsverwaltung für Stadtentwicklung“ kann man Berlin im Miniformat bestaunen. Die Dauerausstellung „Stadtentwicklung - Pläne, Modelle, Projekte“ zeigt zwei Innenstadtmodelle in den Maßstäben 1:500 und 1:1000 sowie das Planmodell der DDR aus dem Jahr 1989.
Beide Innenstadtmodelle korrespondieren durch unterschiedliche Maßstäbe und räumliche Details.

Das schräg aufgebaute 1:1000-Stadtmodell (ein Zentimeter = 10 Meter in echt) aus 96 Platten zeigt detailgetreu die Berliner Innenstadt und die zahlreichen aktuellen Planungen. Man sieht das historische Zentrum und die „City West“, das ist der Bereich zwischen Strausberger und Ernst-Reuter-Platz.

Das Berlin-Modell im Maßstab 1:500 besteht zur Zeit aus 67 Platten, mit einer Größe von jeweils 1,20 x 0,80 Metern. Die ab 1991 geplanten und gebauten Projekte erkennt man am Lindenholz, die Bauten vor 1990 sind weiß dargestellt. Das Berlin-Modell zeigt perfekt die Bautätigkeit seit 1990 in der Berliner Innenstadt. Die Ausstellung ist von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Ein guter Tipp zur Einkehr
Wer Hunger hat sollte wieder am Märkischen Museum vorbei in die Straße „Am Köllnischen Park“ einbiegen. Hinter der Hausnummer 1 verbirgt sich „Schmuck´s Restauration“, ein Lokal, das an eine Kantine erinnert (Selbstbedienung). Hier kann man es sich zu günstigen Preisen richtig gut gehen lassen. Einige Tische werden auch im Freien aufgestellt. Mitten in Berlin zu solchen Preisen ein wirklich ausgezeichnetes Mittagessen genießen, das ist einen Tipp wert.

Der Rückweg ist flexibel, und wer noch gut zu Fuß ist, kann in etwa 20 Minuten im Nikolaiviertel oder am Roten Rathaus sein.

Einige Zahlen zum „Köllnischen Park“
Größe: 1 Hektar
Entstehungszeit: Erstanlage als Stadtpark 1873, Umgestaltung 1969 bis 1971
Landschaftsarchitekten: Erstanlage: Gustav Meyer, Umgestaltung: Eberhard Jaenisch, Stefan Rauner und Roswitha Schulz
Freizeitangebote: Spazierwege, Sitzbänke und Liegewiesen, Spielplatz
Tiergehege: Bärenzwinger mit den „Berliner Stadtbären“.