Temporäre Kunsthalle: Besuchermagnet auf dem Berliner Schlossplatz

Eigentlich wollten die Berliner von ihrer geliebten „Temporären Kunsthalle“ auf dem historischen Schlossplatz, gegenüber Museumsinsel und Berliner Dom, Abschied nehmen, denn der Wiederaufbau des Schlosses und des Humboldt-Forums sollte beginnen. Nun aber hat der Bund in seinem Sparprogramm beschlossen, die 470 Millionen Euro Zuschuss bis zum Jahre 2014 auf Eis zu legen, was heißt, dass erst in drei oder vier Jahren mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Nun rauchen die Köpfe der Betreiber der „Temporären Kunsthalle“ - und es sieht so aus, als würde sie nun länger an ihrem Platz bleiben. Die Berliner und ihre Gäste würden sich freuen.

Architektur und Konzeption
Idee und Entwurf der „Temporäre Kunsthalle“ stammt vom österreichischen Architekten Adolf Krischanitz, der 1993 ein ähnliches Projekt in Wien umgesetzt hatte. Er gestaltete die Berliner Kunsthalle als Holzkonstruktion mit Fachwerkträgern und den Innenbereich als 600 Quadratmeter großen „White Cube“. Die Gesamtfläche der Fassade misst 1680 Quadratmeter. Damit ist die „Temporäre Kunsthalle“ ein unübersehbares Objekt der Kunst im historischen Zentrum Berlins. Finanziert wird es privat und durch die „Stiftung Zukunft Berlin“.

Kleiner Rückblick auf die Highlights
Von Anfang an konzentrierten sich die Initiatorinnen Constanze Kleiner und Coco Kühn auf die Gegenwartskunst. Die Eröffnung fand im Oktober 2008 mit einer zweiteiligen Werkschau „Inner + Outer Space“ statt, danach zeigte man im „White Cube“ Einzelausstellungen von Simon Starling, Katharina Grosse, dem Künstlerduo Allora & Caldazilla, Christine Würmell, Regina Müller-Waldeck, Marieta Chirulescu und Michael Haikim. Spektakulär war Bettina Pousttchis flächendeckende Fotoinstallation an der Außenfassade. Eine Montage aus 970 Einzelplakaten ließ bis zum Februar 2010 den abgerissenen Palast der Republik wiederauferstehen.

„Abschluss“-Projekt und Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmen und Lesungen wurde zu einem Besuchermagneten. Am 21. Juni wird die „Temporäre Kunsthalle“ Teil der „Fête de la Musique 2010“.

Für 1. Juli 2010 ist die Eröffnung des zumindest geplanten Abschlussprojekts vorgesehen. Für die Gruppenausstellung mit dem Titel „FischGrätenMelkStand“ installiert der Künstler John Bock eine begehbare Stahlkonstruktion. Diese elf Meter hohe Raumstruktur erstreckt sich über vier Ebenen und bietet Platz für die Werke von mehr als 50 Künstlern. Ob Fortsetzung des Projektes „Temporäre Kunsthalle“ oder nicht, dieses Ausstellungsende ist am 31. August.

Temporäre Kunsthalle Berlin
Schlossfreiheit 1, Schlossplatz, 10178 Berlin
Öffnungszeiten – wichtig!
Die Temporäre Kunsthalle Berlin ist wegen Ausstellungsaufbau bis zum 1. Juli 2010 geschlossen. Für Rollstuhlfahrer: Der Zugang ist barrierefrei.
Eintritt frei
Anfahrt

S+U-Bahn: Bahnhöfe Hackescher Markt, Alexanderplatz
Bus: 100, 200, Haltestelle Am Lustgarten