Die Staatsbibliothek zu Berlin - Bewahrungsort deutscher Kulturgüter

Geschichte
Von einer barocken Fürstenbibliothek zu einer der bedeutendsten bibliothekarischen Einrichtungen ihrer Art im deutschen und europäischen Raum, das ist die historische Entwicklung dieser so wichtigen Institution, die sich im Prinzip in zwei große Epochen gliedern lässt

Erste Epoche
Gegründet im Jahre 1661 war die Bibliothek bis 1810 zunächst die „Churfürstliche Bibliothek zu Cölln“ an der Spree, ab 1781 „Königliche Bibliothek“, die Hofbibliothek der Fürsten. Die jeweiligen Herrscher betrachteten die Bibliothek immer als ihr ureigenes Eigentum, also als eine der Öffentlichkeit zugängliche Privatbibliothek.

Zweite Epoche
Die zweite Epoche begann ab 1810 in engem Zusammenhang mit der neugegründeten Berliner Universität und damit verbunden der Aufstieg zur führenden Bibliothek Preußens. Bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts war sie „Preußische Staatsbibliothek“ und wurde zu einer der bedeutendsten wissenschaftlichen Gebrauchsbibliotheken der Welt.

Schwere Schäden
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg hatten erhebliche Zerstörungen gebracht. Aber auch die Teilung der Bibliothek in Ost und West hatte bis zur Wiedervereinigung zu erheblichen Problemen geführt. Noch heute ist die Beseitigung der Schäden und das Anknüpfen an moderne Dienstleistungen in der Staatsbibliothek ein wichtiges Thema.

Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Heute ist sie Teil der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und ist Bund-Länder-finanziert und eine der größten wissenschaftlichen Universalbibliotheken im deutschsprachigen Raum, die 2011 ihr 350-jähriges Jubiläum feiern kann. Schwerpunkt liegt auf den Geistes- und Sozialwissenschaften und wissenschaftlich relevanter Literatur aus allen Sprachen, allen Zeiten und allen Ländern.

Die Sammlungen
Die Staatsbibliothek besitzt großartige Sondersammlungen des nationalen und Weltkulturerbes, darunter 66.700 Musikautographe (eigenhändige Niederschrift eines Verfassers), darunter 80 Prozent aller Musikautographe von Johann Sebastian Bach, die größte Mozart-Sammlung weltweit und die Partituren von Beethovens berühmten Sinfonien Nr. 4, 5, 8 und 9 - letztere ist Teil des UNESCO-Registers „Memory of the World“.

Orient und Okzident
Weiterhin 41.750 orientalische Handschriften, darunter die größte hebräische Pergamentbibel und die größte Tora-Rolle. Insgesamt 18.500 abendländische Handschriften, darunter drei der neun Bücher des Nibelungenliedes, gehören zur Sammlung.

Bewahrung deutscher Geschichte
Doch noch viel mehr: 321.000 Autographe beispielsweise von Lessing, Goethe, Kleist, rund 1600 Nachlässe von Herder, Eichendorff, Hauptmann, Bonhoeffer, Gründgens, Furtwängler, aber auch das Archiv der Familie Mendelssohn. Herausragend natürlich die zweibändige Gutenberg-Bibel - ein sehr seltenes Exemplar auf Pergament. 1,1 Millionen Karten, Pläne, Globen, darunter der größte gebundene Atlas, gehören ebenso dazu.

Bibliothek in zwei Häusern
Die Staatsbibliothek hat ihre beiden großen Standorte in denkmalgeschützten Gebäuden im Zentrum Berlins. Einmal im „Haus Unter den Linden 8“, 10117 Berlin und im „Haus Potsdamer Straße 33“, 10785 Berlin.

Beeindruckende Nutzerzahlen
Die Benutzerzahlen sprechen für sich alleine: Die Staatsbibliothek wird von rund 50.000 eingetragenen Benutzer/innen regelmäßig benutzt, die über 1,7 Millionen Mal pro Jahr Dienstleistungen abfordern (Entleihungen, Datenübertragungen, Schulungen, Auskünfte u.v.a.m.)

Staatsbibliothek zu Berlin
Haus Unter den Linden 8, 10117 Berlin
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
Öffnungszeiten
siehe http://staatsbibliothek-berlin.de/service-und-benutzung/oeffnungszeiten.html
Eintritt frei
Sehr empfehlenswert sind Führungen

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