Das Pergamonmuseum - drei Museen von Weltruf

Zur Geschichte
1910 wurde in Berlin unter der Leitung von Ludwig Hoffmann mit dem Bau des heutigen Museums begonnen, da der Vorgängerbau wegen Pfusch am Bau abgerissen werden musste. Erst 1930 feierte man die Eröffnung des nun dreiflügeligen Museums, das den Namen seines bedeutendsten Exponats trägt, den des weltberühmten Pergamonaltars.

Herausragende Exponate
Mit der hervorragenden Restaurierung der zwischen 1878 und 1886 ausgegrabenen Friesplatten des Altars gelangte das Pergamonmuseum zu weltweiter Anerkennung. Beeindruckende Rekonstruktionen archäologischer Baukunst sind auch das „Römische Markttor“ von Milet und die „Prozessionsstraße von Babylon“ mit dem „Ischtar-Tor“ aus farbig glasierten Ziegeln.

Kostbare Münzen
Seit Oktober 2009 können die Besucher des Pergamonmuseums noch einen weiteren Schatz bestaunen: eine Auswahl an kostbaren Münzen. Die Beispiele antiker Prägekunst stammen aus dem Münzkabinett an der Monbijou-Brücke, das weltweit zu den größten numismatischen Sammlungen zählt.

Kleiner Rundgang durch die Sammlungen
Heute befinden sich in dem dreiflügeligen Bau tatsächlich drei verschiedene Museen.

Antikensammlung
Die „Antikensammlung“ beherbergte bis 1966 einen Teil der Kunstschätze aus dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Alten Museum. Nach dessen Wiederaufbau kehrten die meisten Kunstwerke dorthin zurück. Geblieben sind dem Pergamonmuseum die Architektursäle, der Skulpturentrakt und natürlich der Pergamonaltar - ein Meisterwerk hellenistischer Kunst. Auf dem monumentalen Hochrelief zeigen über 100 Figuren den Kampf der olympischen Götter mit den Giganten.

Museum für Islamische Kunst
Das „Museum für Islamische Kunst“ im Südflügel des Museums präsentiert die Kunst und Kultur der islamischen Völker. Der Zeitraum umfasst mehr als ein Jahrtausend und reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Zu seiner Blütezeit erstreckte sich der Einfluss des Islam von Spanien bis nach Indien. Schwerpunkte der Ausstellung liegen dabei auf dem Vorderen Orient, Ägypten und Iran. Kunsthandwerkliche Objekte wie Schnitzereien, Keramik und Gläser werden ebenso präsentiert, wie Schmuck, Teppiche und Glanzstücke der Buchkunst.

Vorderasiatisches Museum
Das „Vorderasiatische Museum“ zählt neben dem Pariser Louvre weltweit zu den bedeutendsten Museen der Orientalistik. Es ist gelungen, auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche einen Einblick in 6000 Jahre Geschichte, Kultur und Kunst Vorderasiens zu vermitteln. Die Ausstellungstücke stammen zum Teil aus deutschen Expeditionen nach Syrien, der Türkei und dem heutigen Irak. Der Besucher spaziert vorbei an rekonstruierten Fassaden wie dem „Tempel aus Uruk“ und dem „Thronsaal“ von König Nebukadnezar und taucht ein in die Welt der Babylonier, Sumerer und Assyrer.

Pergamonmuseum
Am Kupfergraben 5, 10178 Berlin / Auf der Museumsinsel
Öffnungszeiten
täglich von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 22 Uhr
Eintrittspreise
Hauskarte 10 Euro, ermäßigt 5 Euro – Pergamonmuseum/Bereichskarte 14 Euro, ermäßigt 7 Euro
Anfahrt
S-Bahn: Bahnhof Friedrichstraße: S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75
U-Bahn: Bahnhof Friedrichstraße: U6




Museum für islamische Kunst:
Prachthandschrift des persischen Schah-nama („Königsbuch“)
Iran 1539, © SMB, Museum für Islamische Kunst / Sammlung de Unger, Foto: Dietmar Katz