Das Neue Museum - Glanzstück der Museumsinsel

Das Neue Museum gehört zu den bedeutendsten Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Das klassizistische Gebäude gilt als das Meisterwerk des Architekten Friedrich August Stüler.

Die wechselvolle Geschichte des Neuen Museums
In Kürze
- 1843 war Grundsteinlegung.
- 1850 wurden die „Ägyptische Sammlung“ und das „Kupferstichkabinett“ im Untergeschoss eröffnet.
- 1851 schuf man einen Übergang zum „Alten Museum“.
- 1855 konnte die „Kunstkammer“ im dritten Stock eröffnet werden. Vier Jahre später zog die „Ethnographische Sammlung“ ins Erdgeschoss.
- Ab 1923 beherbergte der neue „Armanasaal“ die „Ägyptische Sammlung“.
1929 stellte man den Übergang zum Pergamonmuseum fertig.
Mit Kriegsbeginn wurden die Sammlungen geschlossen und teilweise ausgelagert.
- Am 16. Oktober 2009 feierten die Berliner die Wiedereröffnung des Neuen Museums und damit zugleich die Rückkehr des „Ägyptischen Museums“ an seinen Ursprungsort auf der Museumsinsel.

Nach einen Dornröschenschlaf: Auferstanden aus Ruinen
Die Bombardierungen zwischen 1943 und 1945 zerstörten das Gebäude fast völlig. Es ruhte im Dämmerschlaf bis 1986 die Vorarbeiten für den Wiederaufbau begannen. Teile der Ruine wurden abgetragen und Fragmente eingelagert. Nach dem Mauerfall lagen die Pläne auf Eis.

Masterplan als Aufbruchssignal
Der Masterplans für die Komplettsanierung der Museumsinsel war im Jahre 1999 das Startsignal für die originalgetreue Rekonstruktion des Neuen Museums. Der gesamte Nordwestflügel musste neu errichtet werden. Erst vier Jahre später, 2003, war dann Baubeginn unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield. Die denkmalpflegerischen Vorgaben waren enorm hoch und Chipperfields eher sachliche Formensprache selbst unter Experten höchst umstritten.

Doch Chipperfield schaffte den Spagat, Historisches in seiner Schönheit zu erhalten und behutsam zu ergänzen. Schließlich applaudierten auch die Kritiker, als im März 2009 die Schlüssel für das neue Herzstück der Staatlichen Museen an Generaldirektor Michael Eissenhauer übergeben wurden.

Kleiner Rundgang durch die Sammlungen
Star unter Sternen: Nofretete
An ihr kommt keiner vorbei: Nofretete! Die Büste im Nordkuppelsaal war von Anfang an der Star im Ägyptischen Museum. Weitere Glanzstücke sind ein Porträt der Königin Teje und der nach seiner Gesteinsfarbe benannte „Grüne Kopf“.

Neue Präsentationsformen
Die Kunstwerke der Antikensammlung werden in einem völlig neuen Ausstellungskonzept präsentiert: Die einzelnen Objekte stehen nicht isoliert, sondern sind eingebettet in einen übergreifenden Rahmen.

Die Kulturgeschichte Eurasiens
Das ehrgeizige Ziel ist es, die Jahrtausende alte Kulturgeschichte Eurasiens darzustellen, und zwar vom Vorderen Orient bis zum Atlantik. Der Bogen spannt sich von Nordafrika bis hinauf nach Skandinavien, die Zeitspanne von den Ursprüngen der menschlichen Kulturgeschichte beginnt in der Altsteinzeit und endet im Mittelalter.

Die Sammlungen
Die „Archäologischen Sammlungen“ zeigen Alltagsobjekte, Schmuck und schriftliche Quellen, beispielsweise die weltberühmte „Papyrussammlung“. Auch auf den drei Ebenen des „Museums für Vor- und Frühgeschichte“ finden sich einmalige Kostbarkeiten. Dazu zählen der in Le Moustier entdeckte Schädel eines Neandertalers, Heinrich Schliemanns weltberühmte Grabungsfunde aus dem antiken Troja und der „Berliner Goldhut" aus der Bronzezeit.

Neues Museum
Bodestraße 1, 10178 Berlin / Museumsinsel
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag, Freitag, Samstag 10 bis 20 Uhr
Eintrittspreise: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro (Wartezeiten einkalkulieren)
Anfahrt
S-Bahn: Bahnhof Hackescher Markt: S3, S5, S7, S75 – Bahnhof Oranienburger Straße: S1, S2, S25
U-Bahn: U-Bahnhof Weinmeisterstraße/Gipsstraße: U8
Tram: Haltestelle Hackescher Markt: M1, M4, M5, M6 – Haltestelle Weinmeisterstraße/Gipsstraße M1