Neue Nationalgalerie - Tempel großer Kunst des 20. Jahrhunderts

Über die Neue Nationalgalerie zu schreiben ohne den Namen Peter Raue zu erwähnen, ist nicht möglich und vorstellbar. Als Vorsitzender des „Vereins der Freunde der Nationalgalerie“, als dessen Vorsitzender Raue bis zum Jahre 2008 in Amt und Würden war, brachte er Ausstellungen nach Berlin, dies bis dahin unmöglich schienen.

Herausragend natürlich die sensationelle MoMa-Ausstellung und die große Impressionisten-Ausstellung. Prof. Dr. Peter Raue, von Beruf Rechtsanwalt, hat sich unschätzbare Verdienste um die „Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz“ erworben. Am 10. März 2008 wurde Christina Weiss zur Nachfolgerin von Peter Raue gewählt - ein schweres Erbe.

Zur Geschichte der Neuen Nationalgalerie
Die Neue Nationalgalerie gilt als Klassiker der Moderne. Der Entwurf für diesen „lichten Tempel aus Glas“ stammt von Ludwig Mies van der Rohe. Es blieb der einzige Auftrag, den der weltberühmte Architekt nach 1945 in Deutschland realisieren konnte, er verstarb 1969.

Die Eröffnung dieses anfangs nicht unumstrittenen Bauwerks fand 1968 statt. Zunächst übernahm das Haus einen Teil der Bestände der „Alten Nationalgalerie“, bis alle diese Exponate 1986 in die „Galerie der Romantik“ in die Knobelsdorff-Flügel von Schloss Charlottenburg verlegt wurden.

Schwerpunkt 20. Jahrhundert
Nicht zuletzt auf Initiative von Peter Raue konzentrierte man sich auf den eigentlichen Schwerpunkt: die Kunst des 20. Jahrhunderts. Spektakuläre Sonderausstellungen machten die Neue Nationalgalerie zum Publikumsmagneten. Als 2004 das „Museum of Modern Art“ in New York umgebaut wurde, gelang es Peter Raue insgesamt 212 Werke aus dem legendären MoMa in Berlin zu zeigen. Insgesamt über eine Million Besucher standen stundenlang in der Warteschlange, um die „Seerosen“ von Monet zu bewundern oder Salvador Dalís „Zerfließende Zifferblätter“.
„Die Schönsten Franzosen kommen aus New York“ hieß es dann von Juni bis Oktober 2007. Das Metropolitan Museum of Art entsandte 150 Gemälde von Manet, Renoir, Gauguin, Cezanne und anderen Malern des 19. Jahrhunderts an die Spree. Und wieder warteten täglich Tausende Kunstliebhaber geduldig auf Einlass in die Neue Nationalgalerie.

Die Sammlungen der Klassischen Moderne
Die Dauerausstellung zeigt Gemälde und Plastiken vom Beginn der Klassischen Moderne - darunter Werke von Pablo Picasso, Paul Klee, Lyonel Feininger, Otto Dix und Oskar Kokoschka - bis hin zur Kunst der 1960er Jahre.

Streit über DDR-Kunst
Die Wende hatte auch auf die Neue Nationalgalerie erhebliche Auswirkungen. Eine komplette Neuordnung der Sammlungen wurde notwendig. Die Einbindung der DDR-Nachkriegskunst führte über mehr als ein Jahr lang zu heftigem Streit mit der Folge, dass es leider nur noch wenige, sehr wenige Exponate aus DDR-Beständen zu sehen gibt.

Museum Berggruen - ein Teil der Neuen Nationalgalerie
Eng mit der Neuen Nationalgalerie verbunden ist das Museum Berggruen mit seiner überragenden Sammlung von Kunst der Klassischen Moderne. Das Museum Berggruen befindet sich im Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg. Herausragend die Sammlung „Picasso und seine Zeit“ mit mehr als 100 Exponaten Picassos. Weiter vertreten sind beispielsweise Paul Klee, Henri Matisse und Alberto Giacometti.

Neue Nationalgalerie
Besuchereingang: Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 22 Uhr
Samstag und Sonntag: 11 bis 18 Uhr
Montag geschlossen
Für Rollstuhlfahrer bequem zugänglich
Anfahrt
S- und U-Bahn: Bahnhof „Potsdamer Platz“.
Bus: M48 oder M347