Museum für Naturkunde: Ein Familienmuseum der Extraklasse

Das Berliner Museum für Naturkunde ist mit einer Fläche von 6600 Quadratmetern das größte seiner Art in Deutschland. Mit mehr als 30 Millionen Ausstellungsstücken rangiert es weltweit unter den ersten Fünf. Die beeindruckende Sammlung ist Teil des Leibnitz-Instituts für Evolutions- und Biodiversitätsforschung und befindet sich in der Invalidenstraße 43 etwa auf halber Strecke zwischen Invalidenpark und Volkspark am Weinberg im Bezirk Berlin Mitte.

Kleiner Exkurs in die Geschichte des Museums
Um 1810 deckten in Berlin gleich drei Museen den Bereich Naturkunde ab. Das Geologisch-Paläontologische Museum, das Zoologische sowie das Mineralogische Museum waren Teil der damaligen Friedrich-Wilhelm-Universität in deren Hauptgebäude Unter den Linden.

1889 fanden die Sammlungen im neu entstandenen „Museum für Naturkunde“ ein gemeinsames Zuhause in der Invalidenstraße. Den dreiflügeligen Neubau gestaltete der Architekt August Tiede mit Stilelementen aus Renaissance und Barock. Herzstück war und ist der „Große Lichthof“.

Die Saurier kommen
Im Laufe der Jahre wurde die Ausstellung um spektakuläre Fundstücke verschiedener Forschungsreisen erweitert. Die Tendaguru-Expedition ins damalige Deutsch-Ostafrika brachte Hunderte Tonnen versteinerter Saurierknochen nach Berlin. 1917 eröffnete man einen zusätzlichen Trakt, um die neuen Bestände aufzunehmen.

In den 1930er Jahren wurde die einstige "Walhalle" im überdachten Lichthof zum Sauriersaal. 2006 begann man mit dem Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Ostflügels. Bis dahin gehörte das Museum für Naturkunde zur Humboldt Universität Berlin. Seit 2009 ist es nun Mitglied der Leibnitz-Gesellschaft und versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit.

Rundgang durch die Ausstellungen
Schon beim Betreten des zentralen Lichthofs trifft man auf den unumstrittenen Star des Museums: Brachiosaurus brancai gilt weltweit als das größte Saurierskelett. Und der Gigant ist nicht allein. In der Ausstellung befinden sich sechs weitere Skelette zum Beispiel von Diplodocus und Allosaurus. Ein Blick durch sogenannte Juraskope erweckt die Dinosaurier virtuell für einen Moment lang zum Leben. Die Hoheit über den Luftraum gehört dem Berliner Exemplar des versteinerten Urvogels Archaeopteryx. Seine Nachfahren sind als ausgestopfte Präparate zu sehen.

Weit über Hundertausend Exemplare zeigen damit fast das komplette Spektrum der Vogelarten. Nach seiner umfassenden Sanierung ist der „Neue Saal“ mit der Schau „Evolution in Aktion“ um eine Attraktion reicher. Historische Dioramen und modernste Multimedia-Präsentationen beleuchten die Biodiversität von rund 3,5 Milliarden Jahren Erdgeschichte. Der aktuelle Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklungsgeschichte des Menschen.

Museum für Naturkunde
Invalidenstraße 43, 10115 Berlin
Internet: http://www.naturkundemuseum-berlin.de
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr
Montags ist das Museum geschlossen.

Eintrittspreise
Erwachsene: 6 Euro
Schüler bis einschl. 15 Jahre, ab 16 Jahre Schülerausweis erforderlich, Studenten, Auszubildende, Rentner, Sozialhilfeempfänger, Erwerbslose,
Wehr- oder Zivildienstleistende Schwerbehinderte (50 %) mit entsprechendem amtlichen Nachweis: 3,50 Euro.
Familienkarte für 2 Erwachsene und bis zu 3 Kindern bis 14 Jahre: 11 Euro.
Mini-Familien für 1 Elternteil und bis zu 2 Kinder bis 14 Jahre: 6,50 Euro.
Anfahrt
Bus: 245 bis Haltestelle U-Bahnhof Naturkundemuseum, 120, 147, 240 bis Haltestelle „Invalidenpark“, 123, 240 bis Haltestelle „Robert-Koch-Platz“.
Tram
Linien 6, 8, 12 bis Haltestelle U-Bahnhof Naturkundemuseum (ehemals Zinnowitzer Straße)
U-Bahn
U6 bis Haltestelle U-Bahnhof Naturkundemuseum
S-Bahn
S1, S2 und S25 bis S-Bahnhof Nordbahnhof, S5, S7, S75 und S9 bis Hauptbahnhof.