Mauermuseum - das „Haus am Checkpoint Charlie“

Das Haus am Checkpoint Charlie erstreckt sich heute über Erdgeschoss und ersten Stock der Gebäude Friedrichstraße 43 (ein von dem Architekten Peter Eisenman entworfener Neubau) und Friedrichstraße 44, wo im Juni 1963 die Eröffnung des Museums stattfand. Träger des Museums ist die „Arbeitsgemeinschaft 13. August e.V.“, deren Vorsitzender Rainer Hildebrandt bereits 1962 eine erste Ausstellung über die Mauer in der Bernauer Straße organisiert hatte, bevor er das Haus am Checkpoint Charlie ins Leben rief.

Gezeigt werden vier ständige Ausstellungen: seit 1963 „Die Mauer - Vom 13. August bis zu ihrem Fall“, seit 1966 „Berlin - Von der Frontstadt zur Brücke Europas“, seit 1974 „Maler interpretieren die Mauer“ und seit 1984 „Von Gandhi bis Walesa - Gewaltfreier Kampf für die Menschenrechte“.

Nach dem Mauerfall im Jahre 1989 eröffnete das Museum auf dem Gelände des ehemaligen Grenzübergangs eine Gedenkstätte mit Objekten des DDR-Grenzsicherungssystems, dem letzten verbliebenen Kontrollhaus der DDR-Grenzwachen, sowie einem 24 Meter langen Mauerabschnitt. Ein Gedenkkreuz erinnert an einen 1974 an dieser Stelle erschossenen Flüchtling.

Die Intentionen des Peter Eisenman
„Ich war entschlossen, ein Projekt zu entwerfen, das die Stille und Fremdheit des Nirgendwo entlang der Mauer ausdrückt“, so der New Yorker Architekt Peter Eisenman über das prägende Entwurfsmotiv des 1985/86 im Zusammenhang der Internationalen Bauausstellung entstandenen Wohnhauses.

Das Erscheinungsbild des Hauses am Checkpoint Charlie lebt von der Verschneidung unterschiedlicher Qua¬dratraster, dem Meridian und der Straßenflucht. Da sich das Grundstück an der Grenze zweier verschiedener städtebaulicher Muster und ehemaliger Stadtmauern befindet, symbolisiert das rote Band in der Fassade das 19., das graue Raster das 20. Jahrhundert und das weiße - auf der Höhe der Mauer - das Mercator-Raster des Globus. Eisenmans Entwurf arbeitet mit der Idee einer aus der Oberfläche geklappten Ebene. Die Darstellung der „presence of absence“ jedoch bleibt nach Ansicht des Architekten ohne den hinter dem Grundstück geplanten Mauerpark unvermittelt.

Anschrift
Mauermuseum - das „Haus am Checkpoint Charlie“
Friedrichstraße 43/44, 10969 Berlin (Kreuzberg), Tel.: 030/25 37 25-0