Martin-Gropius-Bau: Ein Leuchtturm der großen Künste

 

Bauwerke mit großer Geschichte gibt es viele in Berlin, aber keines hat als Ausstellungszentrum solch große Bedeutung erreicht, wie der Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg. Natürlich gibt es auch andere bedeutende Museen und Ausstellungshäuser, beispielsweise die „Neue Nationalgalerie“, aber nur wenige haben eine Geschichte wie der Gropius-Bau, der im Jahre 1881 als Kunstgewerbemuseum eröffnet wurde.

Die Wandlung eines Hauses
Die Architekten Martin Gropius und Heino Schmieden erwiesen mit diesem Bau den beeindruckenden Formen der Renaissance ihre Referenz. Doch bereits ab 1919 begann der bis heute anhaltende ständige Wandel, die Fortschreibung großer Ausstellungen, anfänglich als „Museum für Vor- und Frühgeschichte“ mit der „Ostasiatischen Kunstsammlung“. Die eigentliche kunstgewerbliche Sammlung wurde in das damals noch vorhandene Stadtschloss verlegt.

Bombenangriffe zerstörten ein Kulturgut
Die größte Tragödie erlebte das Haus in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs als es durch Bombenangriffe schwer getroffen wurde. Lange Zeit wusste niemand, was aus diesem Haus einmal werden würde, bis sich die Politik entschloss, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen und wieder in den Originalzustand zu versetzen.

Martin-Gropius-Bau – berühmt und unglaublich schön
Erst in den 1970er-Jahren bekam Berlin seinen mit viel Liebe restaurierten Martin-Gropius-Bau wieder zurück – er ist bis heute weltweit als eines der schönsten und außergewöhnlichsten Ausstellungsgebäude in Deutschland anerkannt. Und diesem Ruhm standen von Anfang an hochklassige Ausstellungen in nichts nach. Und sie brachten dem Haus, das seit 2001 von den Berliner Festspielen geleitet wird, viele, viele Millionen von Besuchern.

Der Gropius-Bau – auch ein Haus der Experimente
Das Ausstellungsprogramm ist vielfältig wie nirgendwo sonst: Bis zu zwanzig Ausstellungen im Jahr sorgen immer wieder für unendlich lange Besucherschlangen vor dem Gropius-Bau. Sie wollen einzigartige Exponate aus Kunst und Kulturgeschichte, Werke der bedeutendsten Fotografen der Welt oder seltene archäologische Fundstücke bestaunen. Und immer wieder wird der Martin-Gropius-Bau für Künstler zu einem Experimentierfeld, wie im Jahre 2010, als die Werke des in Berlin lebenden isländischen Künstlers Olafur Eliasson dem Gropius-Bau in wesentlichen Teilen zeitweise ein völlig neues Gesicht gaben.

Noch einiges mehr
Angetan von der großen Kunst im Bau ist auch die hauseigene Buchhandlung ständig von Besuchern belagert, und erholen kann man sich im Restaurant-Café. Doch dem nicht genug: Der Martin-Gropius-Bau wird immer wieder in andere Berlin-Veranstaltungen mit einbezogen, beispielsweise in die Berlinale.

Martin-Gropius-Bau Berlin
Niederkirchnerstraße 7, Ecke Stresemannstraße 110, 10963 Berlin
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Montag von 10 bis 20 Uhr, Dienstag geschlossen
30. April bis 9. August täglich geöffnet.
Eintrittspreise
10 Euro, 8 Euro ermäßigt, Schüler ab 16 Jahren 5 Euro. Der Eintritt ist für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ist frei.
Verkehrsverbindungen
U-Bahn-Linie 2, Haltestelle Potsdamer Platz. S-Bahn-Linien 1, 2, 25, Haltestellen Potsdamer Platz oder Anhalter Bahnhof. Busse: M29 (S Anhalter Bahnhof), M41 (Abgeordnetenhaus).