Die Gemäldegalerie im Kulturforum - Pflichtbesuch für Kunstfreunde

Kurze Geschichte
Seit 1998 ist die „Gemäldegalerie“ Teil des Kulturforums am Potsdamer Platz, doch bereits im Jahre 1830 wurde sie im „Königlichen Museum“ auf der Berliner Museumsinsel eröffnet. Damals stammten alle Exponate aus der Kunstkammer des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und aus den Kunstschätzen von Preußenkönig Friedrich dem Großen.
Der erste Galeriedirektor G. F. Waagen ordnete die Sammlungen systematisch-wissenschaftlich, was seinerzeit einmalig war. Nachfolger Wilhelm von Bode erweiterte die Ausstellung um bedeutende Meisterwerke und verschaffte dem Museum internationale Anerkennung. Unter seiner Leitung zog die Gemäldegalerie 1904 ins Kaiser-Friedrich-Museum, das 1956 ihm zu Ehren in Bode-Museum umbenannt wurde.

 

Große Verluste und die Trennung
Im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs gingen rund 400 Werke unwiederbringlich verloren. Mit der Teilung Berlins wurden die Sammlungen getrennt und erst 1998 im neuen Haus im Kulturforum wieder zusammengeführt. Dieses neue Gebäude planten die Architekten in einem sachlich-strengen Stil. Vorbild war Karl Friedrich Schinkels klassizistische Fassadengestaltung am „Königlichen Museum im Lustgarten“, dem heutigen „Alten Museum“, das 74 Jahre lang die Gemäldegalerie beheimatete. Heute verfügt die „Gemäldegalerie“ über eine Ausstellungsfläche von rund 7000 Quadratmetern.

Die Sammlungen
Um die Wandelhalle gruppieren sich 72 Ausstellungsräume mit insgesamt über 1000 Werken. Die angegliederte Studiengalerie bietet Platz für weitere 400 Gemälde. Fast zwei Kilometer lang ist der Rundgang, der eine nahezu vollständige Übersicht über 500 Jahre europäischer Malerei bietet. Gemälde von Dürer, Cranach und Holbein stehen für die altdeutschen Meister des 13. bis 16. Jahrhunderts. Bei den Italienern dürfen Raffael, Tizian und Caravaggio nicht fehlen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der altniederländischen und flämischen Renaissance mit Werken von Brueghel, Rubens und Rembrandt. Mit sechzehn Werken des Meisters gehört der Rembrandt-Saal zu den eindrucksvollsten Sammlungen weltweit. Sechs Räume der Gemäldegalerie widmen sich der italienischen, französischen, englischen und deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts, darunter Meisterwerke von Canaletto und Porträts von Thomas Gainsborough.

Einige Tipps für Besucher
Als erste Orientierungshilfe kann man Audioguides in deutscher und englischer Sprache ausleihen. Mehrmals die Woche werden Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. „Samstags um elf“ geht es beispielsweise um das Lieblingsbild, Weibsbilder oder Sommerblumen. Der Sonntagmorgen steht „Kunst für Kinder“ auf dem Programm. Donnerstagabend lautet das Motto „... und abends ins Museum“. Die Themenreihe „Junge Nächte“ erlaubt persönliche Fragen zu alten Meistern. Jeden Donnerstag geben Kunststudenten den Besuchern bereitwillig Auskunft.
Als Informationsangebot stehen für Besucher die Kataloge der Sammlung und eine digitale Galerie mit Computerarbeitsplätzen in deutscher, englischer und französischer Sprache bereit. Dazu gibt es akustische Führungen in deutsch und englisch.

Kooperation mit dem Bode-Museum
Seit Oktober 2006 zeigt die Gemäldegalerie einen Teil ihrer Sammlung im restaurierten Bode-Museum am Kupfergraben. Zu den Glanzstücken gehören die Tiepolo-Fresken.

Ein neues Großprojekt
Für 2011 plant man ein wahres Mammutprojekt gemeinsam mit dem „Metropolitan Museum of Art“. Unter dem Titel „Gesichter der Renaissance“ werden Meisterwerke italienischer Porträtkunst zu sehen sein. Ende 2011 kommt die Ausstellung nach New York.

Gemäldegalerie im Kulturforum
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Besuchereingang
Sigismundstraße am Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Für Rollstuhlfahrer geeignet
Öffnungszeiten
Montag geschlossen, Samstag, Sonntag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 18.00 Uhr, Donnerstag von 10 bis 22 Uhr.
Eintrittspreise
Bereichskarte 8 Euro, ermäßigt 4 Euro
Anfahrt
U-Bahn U2, Bahnhof Potsdamer Platz - S-Bahn S1, S2, S25, Bahnhof Potsdamer Platz - Bus M29, Haltestelle Potsdamer Brücke - M41, Haltestelle Potsdamer Platz oder Voßstraße - M48, M85, Haltestelle Kulturforum - M200, M347, Haltestelle Philharmonie.