Deutscher Dom Berlin

Der Deutsche Dom am Berliner Gendarmenmarkt - Dokumentationszentrum des Deutschen Bundestages
Am vielleicht schönsten Platz Europas, dem Gendarmenmarkt mitten in Berlin, kann der Berlin-Besucher gleich mehrere der bedeutendsten Bauwerke der Hauptstadt besichtigen. Hierzu gehört natürlich der Deutsche Dom, der heute ein Dokumentationszentrum des Deutschen Bundestages ist und damit ein unverzichtbarer Bestandteil in Berlin, um Besucher über die Geschichte des deutschen Parlamentarismus zu informieren.

Kurze Geschichte des Deutschen Doms
Die Bezeichnung Dom ist irreführend. Zwar stand hier ab 1708 tatsächlich eine Barockkirche, diese wurde jedoch bereits im Jahre 1881 wegen Baufälligkeit abgerissen. Danach wurde der Dom im neobarocken Stil neu erbaut, hatte aber keine sakrale Funktion mehr inne. Der Name „Dom“ stammt vom französischen „dôme“ und bezieht sich auf die Kuppel des Turmgebäudes. Dieser Kuppelturm ist nahezu identisch mit dem des Französischen Doms. Beide waren als Erweiterung der Deutschen und Französischen Kirche gedacht, die Friedrich II. zwischen 1780 und 1785 bauen ließ.

Heute im Besitz des Staates
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Deutsche Dom durch einen Brand schwer beschädigt. Mit dem Wiederaufbau wurde erst 1970 begonnen. Zwischen 1982 und 1996 erfolgten weitere Umbauten, in deren Verlauf die Fassade originalgetreu restauriert wurde. Genutzt hat die Evangelische Kirche den Deutschen Dom nie, und 1984 überließ sie das Gebäude der DDR-Regierung.

Großartige Dokumentationen deutscher Geschichte
Ein Jahr nach dem Mauerfall begann man den Deutschen Dom für verschiedenste Ausstellungen des Deutschen Bundestages zu nutzen. Seit 1996 beschäftigt sich eine Dauerausstellung mit „Fragen an die deutsche Geschichte“. Daraus entwickelte sich die Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege - die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“.

Seit 2002 wird auf fünf Ebenen die wechselvolle Geschichte des deutschen Parlamentarismus gezeigt. Man erhält Einblick in die Funktionsweise der Volksvertretungen sowie in die Arbeit der politischen Parteien.

Filme zur jüngsten deutschen Geschichte
Im Kinosaal, Ebene 4, werden täglich um 14 Uhr Filme zur jüngsten deutschen Geschichte gezeigt:
Dienstags stehen die sogenannten „Goldenen Zwanziger Jahre“ auf dem Programm, mittwochs die wichtige Dokumentation „Berlin unterm Hakenkreuz“, donnerstags wird an die Bombardierung Berlins mit dem Film „Leben zwischen Furcht und Hoffnung“ erinnert, freitags gedenkt man der von den Nazis verfolgten „Parlamentarier unter dem Hakenkreuz“ und beschreibt das Leben in „Berlin unter den Alliierten 1945-1949“, samstags führt ein Film zurück ins Berlin des „Kalten Krieges“, dass die Teilung Deutschlands nicht erst mit dem Mauerbau begann zeigt der Film „Der Weg in die Spaltung 1949 bis 1961“, der Sonntag ist den Präsidenten des Deutschen Bundestages gewidmet. Diese Dokumentation beginnt beim ersten Bundestagspräsidenten Erich Köhler und endet beim heutigen Amtsinhaber Norbert Lammert.

Zudem wird das politische Leben zweier Bundeskanzler beleuchtet, die unterschiedlicher kaum hätten sein können: „Der Visionär - Willy Brandt“ und „Der Patriot – Helmut Kohl“.

Details für Besucher
Wie bei allen historischen Ausstellungen des Deutschen Bundestages ist der Eintritt frei. Auch die Teilnahme an den täglich einstündigen Führungen um 11, 13 und 16 Uhr ist kostenlos. Einzelbesucher können ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.

Deutscher Dom
Gendarmenmarkt 1-2, 10117 Berlin
Öffnungszeiten
Oktober bis April: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr, von Mai bis September: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 19 Uhr
Eintritt frei
Anfahrt

U-Bahn: U2, U6, Bahnhof Stadtmitte bzw. Französische Straße