Das DDR Museum lädt seine Besucher zum Mitmachen ein

Die DDR entdecken, Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung? Kein Problem in Berlin im DDR Museum an der Spree. Es ist kein Museum einer verklärten Nostalgie, sondern ein Haus vor allem für junge Leute in Ost und West, die an die Teilung Deutschlands keine Erinnerung mehr haben. Und es ist kein rein politisches Museum, sondern es will vor allem Einblicke in den Alltag der Menschen in der früheren DDR geben.

Ein erfolgreiches Konzept
Die Idee zu diesem privat finanzierten Museum hatte ein Völkerkundler. Der Freiburger Ethnologe Peter Kenzelmann erstellte das Konzept zusammen mit dem wissenschaftlichen Leiter Stefan Wolle, weshalb das DDR-Museum 2008 für den „European Museum of the Year Award“ nominiert wurde. Das dieses Konzept stimmt, beweisen auch die Besucherzahlen: Am 23. Dezember 2009 konnte man den Millionsten Besucher begrüßen.

DDR-Museum ein Mitmachmuseum
Der Besucher erweckt die Ausstellung durch aktives Mitmachen zum Leben. Anfassen der Gegenstände ist ausdrücklich erwünscht. Ein Highlight unter mehr als 164.000 Exponaten ist ein Trabant, mit dem man sogar fahren kann, wenn auch nur in einer Simulation. Zu sehen ist auch eine Plattenbau-Zweiraum-Wohnung in der man auf dem Sofa Platz nehmen kann, selbst die Küchenschränke kann der Besucher durchstöbern. In originalen Kinosesseln können die Besucher die ehemalige DDR-Fernsehsendung „Schwarzer Kanal“ erleben, mit Karl-Eduard von Schnitzler, ein echter „kalter Krieger“, der einst versuchte, seine Zuschauer auf Staatslinie zu trimmen.

Natürlich fehlt auch nicht das legendäre WM-Fußballspiel Deutschland (Ost) gegen Deutschland (West) von 1974 in Hamburg, mit dem Originalkommentar des DDR-Sportreporters Heinz-Florian Oertel.

DDR-Museum
Karl-Liebknecht-Straße 1, 10178 Berlin-Mitte / direkt unten an der Spree, gegenüber dem Berliner Dom
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag 10 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 22 Uhr, kein Ruhetag, 365 Tage im Jahr geöffnet.
Eintrittspreise
5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro
Anfahrt
U-Bahn: Bahnhof Alexanderplatz
S-Bahn: Hackescher Markt