Berliner Museumsinsel - einzigartiges Weltkulturerbe

Zwischen Spree und Kupfergraben liegt die einzigartige Museumsinsel, deren Gebäude-Ensemble weltweit einmalige archäologische Sammlungen und Kunst des 19. Jahrhunderts beherbergen. Ausgangspunkt waren Pläne des von Karl Friedrich Schinkel (* 13. März 1781 in Neuruppin; † 9. Oktober 1841 in Berlin) erbauten Alten Museums im Jahre 1830.

Als letztes Gebäude wurde 1930 das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Museen bis zu 70 Prozent zerstört, um dann wieder aufwändig und detailgetreu restauriert zu werden. 1999 wurde das Gebäudeensemble der Museumsinsel von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, und Jahr für Jahr kommen Millionen von Besuchern nur ihretwegen nach Berlin. Nirgendwo auf der Welt gibt es etwas Vergleichbares, das nur möglich wurde, weil die Mauer fiel.

Jahrzehnte lang waren die archäologischen Schätze Berlins auf die ganze Stadt verteilt, denn die Mauer teilte auch die Berliner Museen mit ihren herausragenden Exponaten. Erst die Wende machte auch die Wiedervereinigung der Staatlichen Museen auf der Berliner Museumsinsel möglich. Die Ernennung zum Weltkulturerbe war für den Stiftungsrat das Signal, unter dem Titel „2015 - Projektion Zukunft“ ein ehrgeiziges Gesamtkonzept zu entwickeln. Mit der Umsetzung dieses Plans beauftragte man eine Planungsgruppe unter Federführung des Stararchitekten David Chipperfield, der bereits für die Rekonstruktion des Neuen Museums verantwortlich war.

Der Masterplan
Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen sieht das Konzept für die Museumsinsel die Vernetzung der einzelnen Häuser vor. Eingebunden werden Pergamon-Museum, Bode-Museum, Altes und Neues Museum sowie die Alte Nationalgalerie. Ziel ist die gemeinsame Präsentation aller archäologischen Sammlungen über die Museumsgrenzen hinweg und soll 6000 Jahre Menschheitsgeschichte umfassen. Eintauchen in die „Welt der Antike“ wird der Besucher über die sogenannte „Archäologische Promenade“, die das Bode-Museum, das Alte und Neues Museum mit dem Pergamonmuseum nicht nur räumlich verbindet, sondern auch inhaltlich.

Den Überbau wird eine Art Tempelstadt bilden. Die Säulengänge der Alten Nationalgalerie werden nun fortgeführt bis zur James-Simon-Galerie zwischen dem Neuen Museum und Kupfergraben. Auf dem Gelände des ehemaligen Packhofs entsteht mit Empfangshalle, Auditorium, Seminarräumen, Museumsshop, Cafés und Serviceeinrichtungen ein zentrales Besucherzentrum.

Die Freiflächen zwischen den Museen werden umgestaltet und für Besucher zugänglich gemacht. Die wissenschaftliche Verwaltung mit Archiven, Bibliotheken und Werkstätten der Restauratoren wird in den Museumshöfen auf der anderen Seite des Kupfergrabens untergebracht.

Hauptrundgang
Von der James-Simon-Galerie aus haben die Besucher direkten Zugang zum Hauptgeschoss des Pergamonmuseums. Wie Perlen an der Schnur sind dessen monumentale Meisterwerke aufgereiht: Pergamonaltar, Ischtar-Tor, Markttor von Milet, Prozessionsstraße von Babylon, Fassade von Tell Halaf, Sahurê-Tempel, Kalabscha-Tor, Mschatta-Fassade. Dabei bleiben die Exponate eingebettet in den Kontext der jeweiligen Sammlung. Die Häuser behalten ihre Eigenständigkeit und die historischen Museumseingänge.

Gleichzeitig erlaubt der Hauptrundgang direkten Zugang zu den einzelnen Ausstellungen. Er beginnt im neuen Gebäude am Kupfergraben beim „Tempeltor von Kalabscha“. Im „Vorderasiatischen Museum“ schreiten die Besucher wie einst die Pilger auf der Prozessionsstraße von Babylon und betreten durch das „Ischtar-Tor“ schließlich den Flügel der griechisch-römischen Antike. Am „Markttor von Milet“ vorbei führt der Weg weiter zum „Pergamonsaal“. Endstation und absoluter Höhepunkt des Rundgangs ist der überdimensionale Pergamonaltar.

Museen und Einrichtungen der Museumsinsel:
Alte Nationalgalerie
, Altes Museum, Bode-Museum, Neues Museum, Pergamonmuseum, Antikensammlung, Kindergalerie, Münzkabinett, Museum für Byzantinische Kunst, Skulpturensammlung und das Vorderasiatische Museum.

Museumsinsel
Bodestraße 1-3, 10178 Berlin
Öffnungszeiten
siehe einzelne Museen
Eintrittspreise
Bereichskarte Mitte 12 Euro, ermäßigt 6 Euro oder siehe einzelne Museen Anfahrt
S-Bahn: S3, S5, S7, S75, Bahnhof Hackescher Markt - S1, S2, S25, Bahnhof Oranienburger Straße
U-Bahn: U8, Bahnhof Weinmeisterstraße/Gipsstraße
Tram: M1, M4, M5, M6, Haltestelle Hackescher Markt


Blick auf die Museumsinsel.
Im Vordergrund das Bode-Museum, dahinter Pergamonmuseum, Alte Nationalgalerie, Neues Museum und Altes Museum, oben der Dom am Lustgarten.
Staatliche Museen zu Berlin, © bpk / DOM publishers, Juli 2009