Anti-Kriegs-Museum Berlin: Erinnerung und Mahnung zugleich

Die Geschichte Berlins ist auch die Geschichte einer Stadt als Ausgangspunkt von Krieg, Zerstörung und Rassenwahn. Die Nazis organisierten von hier aus ihren Wahnsinn, mit der Folge, dass neben vielen anderen Städten auch Berlin im Bombenhagel der Alliierten versank - und mit der Folge, dass Deutschland geteilt wurde.

Ganz Berlin ist ein Mahnmal
Aus diesem Grund fühlt sich Berlin mehr als jede andere Stadt verpflichtet, an Krieg und Verfolgung zu erinnern. Mahnmale sind in der gesamten Stadt zu finden, das wohl bekannteste dürfte das „Holocaust Denkmal“ nahe dem „Brandenburger Tor “ sein.

Das Anti-Kriegs-Museum und sein Gründer Ernst Friedrich
Völlig zu Unrecht steht ein Museum im Stadtteil Wedding etwas im Schatten der monumentalen Berliner Erinnerungs- und Mahnstätten, das „Anti-Kriegs-Museum“, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Gegründet wurde das „Anti-Kriegs-Museum“ bereits im Jahre 1925 von einem Mann namens Ernst Friedrich, der aufgrund seiner Erlebnisse im Ersten Weltkrieg zum Pazifisten wurde und mit seinem heute noch verlegten Buch „Krieg dem Kriege“ das Grauen des Ersten Weltkrieges angeprangert hatte.

Aus dem Leben von Ernst Friedrich
Schnell wurde das Museum zum Treffpunkt für Pazifisten, bis 1933 die SA das Anti-Kriegs-Museum zerstörte. Ernst Friedrich kam in sogenannte „Schutzhaft“, ging ins Exil nach Belgien und schloss sich der französischen Resistance an. Ernst Friedrich traf sich 1965, zwei Jahre vor seinem Tod, in Paris mit dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin Willy Brandt. Ob sie über die Wiedereröffnung des Museums redeten ist nicht überliefert, aber erst im Jahre 1982 konnte das neue Museum in Wedding durch seinen Enkel Tommy Spree wieder eröffnet werden.

Über die Ausstellungen
Zum Teil erschütternde Dokumente und Objekte aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg belegen die Grausamkeiten beider Kriege. Ganz im Sinne des Museumsgründers Ernst Friedrich wird dieser Dokumentation die Geschichte der „Friedensbewegung“ mit der Ausstellung „Von Laotse bis Brandt“ gezeigt. Im Mittelpunkt stehen auch Porträts berühmter Pazifisten und Kriegsgegner: von Erasmus von Rotterdam bis Albert Einstein, von Bertha von Suttner bis Käthe Kollwitz oder Carl von Ossietzky. Wechselausstellungen in der „Peace Gallery“ ergänzen die Dauerausstellung.

Beklemmend der Luftschutzkeller
Das Antikriegsmuseum beeindruckt auch durch einen Luftschutzkeller mit einer originalen Einrichtung. Hier kann der Besucher nachempfinden, was die Menschen, die hier Schutz vor den Bomben suchten, erleben mussten.
Der Besuch dieses Museums hinterlässt bei jedem Besucher Spuren.
Einige Bilder findet man auch auf der Homepage des Museums: http://www.anti-kriegs-museum.de/deutsch/start.html.

Tipp: Sehr interessant ist die Broschüre „Ein Museum für den Frieden“, die über das heutige Anti-Kriegs-Museum informiert, „Krieg dem Kriege“, Ernst Friedrichs Fotodokumentation zum Ersten Weltkrieg, und ein „Lebensbild“ des Pazifisten Ernst Friedrich werden vom Museum im Selbstverlag herausgegeben und sind im und über das Museum zu beziehen.

Anti-Kriegs-Museum
Brüsseler Straße 21, 13353 Berlin-Wedding
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 16 bis 20 Uhr.
Gruppenbesuche sind nach Voranmeldung auch zu anderen Zeiten möglich.
Eintritt frei