Das Alte Museum auf der Berliner Museumsinsel am Lustgarten

Was für ein Ensemble, Schinkels und Lennés Lustgarten, der Berliner Dom und dann das breite, von Säulen dominierte Alte Museum, das noch zur Museumsinsel zählt.

Das Alte Museum ist eines der bedeutendsten klassizistischen Bauwerke Berlins. 1825 begann man mit dem Bau nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel. Auf ausdrücklichen Wunsch des späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. orientierte sich der Architekt in Form und Struktur an antiken Vorbildern. Ionische Säulen erinnern an griechische Tempel. Die großzügige Rotunde (Gebäude auf kreisförmigem Grundriss) ist dem römischen Pantheon nachempfunden.

Kurzgeschichte des Alten Museums
Der Prachtbau sollte die Keimzelle der Museumsinsel werden. 1830 wurde er als „Königliches Museum“ für sämtliche Berliner Kunstsammlungen eröffnet. Nach dem Bau der anderen Museen beherbergte das Alte Museum ab 1904 nur noch die Antikensammlung. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude fast vollständig zerstört. Teile der Sammlungen fanden im Pergamonmuseum ein neues Zuhause. Vasen, Bronzefiguren und andere kleine Objekte zogen um in den Stülerbau gegenüber vom Schloss Charlottenburg. Bis 1966 dauerte die Restaurierung des Alten Museums. Nach dem Mauerfall konnte die Antikensammlung hier wieder zusammengeführt werden.

Kleopatra und Nofretete - die Stars auf der Museumsinsel
Lange galt sie als der Star des Alten Museums: Kleopatra. Die Herrscherin von Ägypten ist hier an der Seite Cäsars zu sehen. Denn nach der Wiedervereinigung fand das wohl berühmteste Liebespaar der Antike in Berlin wieder zusammen. Die Porträts waren die Attraktion der Ausstellung, bis ihnen eine Pharaonin die Schau stahl. Nofretete residierte für kurze Zeit in der Antikensammlung, bevor sie im Oktober 2009 ins Neue Museum umzog. In der Langen Nacht der Berliner Museen am 29. August 2009 standen die Menschen Schlange, um einen kurzen Blick auf die wunderbar ins rechte Licht gerückte Schöne vom Nil zu werfen.

Schätze aus der Kunstkammer des Kurfürsten
Die Schätze der Antikensammlung stammten aus der ehemaligen Kunstkammer der brandenburgischen Kurfürsten. Im Laufe der Zeit wurden sie durch zahlreiche Fundstücke ergänzt.

Das Untergeschoss des Alten Museums ist seit 1998 diesen Kleinoden aus dem griechisch-römischen Kulturkreis gewidmet. Informationsinseln beleuchten die griechische Mythologie, geben Einblick in die antike Stadtkultur und zeigen die Ausgrabungsstätten. Im Obergeschoss waren zwischen 2005 und 2009 alle Exponate des Ägyptischen Museums ausgestellt. Derzeit werden Teile des Alten Museums restauriert, darunter auch die große Rotunde. Nach der Generalsanierung wird die Kunst der Etrusker zum Herzstück der Sammlung.

Altes Museum
Am Lustgarten 1, 10178 Berlin
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr.
Eintrittspreise
8 Euro, ermäßigt 4 Euro
Anfahrt
Am besten mit dem Buslinien 100 oder 200, bis Lustgarten