Tacheles und C/O Berlin

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05.07.2010 >> Berlin News und Veranstaltungen >> News

Die Reize der Oranienburger Straße sollen dem Kommerz geopfert werden
Hunderttausende Besucher zählt man Jahr für Jahr im „Tacheles“, zehntausende bei „C/O Berlin“ im Postfuhramt, und nun soll nach dem „Tacheles“ auch das „C/O Berlin, International Forum for Visual Dialogues“, in der Oranienburger Straße nach fünf erfolgreichen Jahren zum 31. März 2011 geschlossen werden. Der Verkauf der Immobilie an eine ausländische Investorengruppe steht unmittelbar bevor.

 

Erst das Tacheles und dann das Postfuhramt?
Tacheles
Erst gestern gingen die Künstler des „Tacheles“ (siehe http://www.treffpunkt-berlin.eu/strassen-und-plaetze/berlin-mitte/oranienburger-1.php ) noch einmal auf die Straße und wollten der HSH Nordbank, Hauptgläubiger der Fundus-Gruppe für das Bauvorhaben „Johannis-Viertel“, eine Liste mit 80.000 Unterschriften für den Erhalt des Kunsthauses überbringen, aber es wurde niemand gefunden, der die Unterschriften abnahm.

Das Tacheles gehört zu einem Projekt der Fundus-Tochter „Johannishof Projektentwicklung GmbH & Ko KG“, die ein Wohn- und Gewerbequartier zwischen Oranienburger, Friedrich-, Johannis- und Tucholskystraße bauen wollte. Das Tacheles sollte integriert werden. Inzwischen steht der Fundus-Ableger und damit auch das „Tacheles“ unter Zwangsverwaltung.

Der Zwangsverwalter wollte Nägel mit Köpfen machen und hatte den Berliner Wasserwerken die Kündigung der Wasserlieferung für das „Tacheles“ ins Haus geschickt. Erst durch ein Machtwort des Regierenden Bürgermeisters, Klaus Wowereit, wurde verhindert, dass der für Donnerstag vorgesehene Stopp der Wasserlieferung aufgeschoben wurde.

C/O Berlin im Postfuhramt
Und nun soll auch noch das C/O Berlin im Postfuhramt zum 31. März des nächsten Jahres sein Domizil verlassen. Diese in ihrer Art einmalige Galerie mit unzähligen außergewöhnlichen und hochklassigen Ausstellungen und einer exzellenten Jugend- und Kinderarbeit, soll nun auch dem Kommerz geopfert worden. Damit würde die Oranienburger Straße ihr Gesicht und ihre Ausnahmestellung Berliner Straße verlieren und reinem Kommerz geopfert werden. Die Berliner Szene, weshalb Millionen von Menschen in die Hauptstadt kamen, droht zu verschwinden.

Was mit Bauvorhaben an der Spree begonnen hat, könnte sich auch in der City fortsetzen: die Vertreibung der Kreativen, der Menschen, die Berlin ein weltberühmtes Flair geben, das keine andere Stadt der Welt vorweisen kann.
 

zuletzt geändert: 05.07.2010 um 10:20


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