S-Bahn-Betrieb in Berlin

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17.07.2009 >> Berlin News und Veranstaltungen >> News

Ab Montag kein S-Bahn-Betrieb mehr – nicht nur in der Innenstadt
Es ist für Berlin ein Horror-Szenarium: In ganz Berlin wird die S-Bahn ab Montag nur noch mit einem Drittel ihrer gesamte Züge fahren. Das bedeutet für Berlin-Besucher, dass auch ihnen keine S-Bahn zur Verfügung steht, und das vermutlich noch bis in den August hinein.

Die Ursachen
Bestimmt werden sich viele fragen, wie so etwas überhaupt möglich ist. In Kürze die Antwort: Die S-Bahn ist ein sehr lukratives Unternehmen, aber eine Tochter-Gesellschaft der Deutschen Bahn AG. Jährlich flossen viele Millionen von S-Bahn-Euros in die Taschen der Bahn.

Und so kommt der Name Hartmut Mehdorn ins Gespräch. Er brauchte für sein Vorhaben, die Deutsche Bahn AG an die Börse zu bringen, mehr Geld als eigentlich vorgesehen. Und so kommt wieder die S-Bahn ins Spiel. Unter dem Vorwand „notwendiger“ Einsparungen, wurden nicht nur Mitarbeiter entlassen, sondern auch Reparatur-Betriebsstätten geschlossen und an den Sicherheitsüberprüfungen heftige Einschnitte vorgenommen. Mehdorns Vorgabe war jedoch, noch mehr Geld von der S-Bahn abzuziehen. Und dies durch einen radikalen Sparkurs auf Kosten der Sicherheit.
 

Die Probleme sind nicht neu
Die Folgen waren verheerend: Seit einem Jahr schon ist der gesamte S-Bahnbetrieb eine einzige Katastrophe: Verspätungen, Zugausfälle, verkürzte Züge und zahlreiche Pannen waren an der Tagesordnung. Als vor einigen Monaten an einem S-Bahn-Zug ein Radreifen brach und der Zug entgleiste, nahm das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) alle Wagen unter die Lupe und stellte fest, dass diese kaum noch noch vorgeschriebenen Sicherheits-Standards entsprechen. Aus diesem Grund wurden nun zwei Drittel aller S-Bahn-Züge aus dem Verkehr gezogen.

Kein S-Bahn-Verkehr mehr in der Innenstadt
Dies bedeutet: Die Berliner S-Bahn wird am Montag den Verkehr in der Innenstadt praktisch komplett einstellen. Zwischen den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Ostbahnhof fahren ab Montag zweieinhalb Wochen lang überhaupt keine S-Bahn-Züge mehr. Es sollen jedoch sieben Regionalzüge pro Stunde diese Strecke befahren.

Doch dem nicht genug: Auch die Abschnitte zwischen Olympiastadion und Spandau, Westkreuz und Nikolassee, Mühlenbeck-Mönchmühle und Blankenburg, Springpfuhl und Wartenberg, Adlershof und Flughafen Schönefeld sowie Strausberg und Strausberg-Nord werden nicht mehr befahren. Nur die Ringbahnlinien S 41/S 42 fahren tagsüber im Zehn-Minuten-Takt.

Unsere Empfehlungen
Für Berlin Besucher ist es deshalb dringend zu raten, sich nur auf die U-Bahn, die Busse und Straßenbahnen zu verlassen. Allerdings werden diese zumindest in den Hauptverkehrs-Zeiten sehr voll sein.

Die Alternative könnte ein Mietwagen sein, vor allem dann, wenn man die Berliner Außenbezirke oder Potsdam besuchen möchte. Oder aber man geht zu Fuß auf einer der von uns vorgeschlagenen Routen in der Rubrik „Berlin Bezirke“ - „Straßen und Plätze“.
 

zuletzt geändert: 17.07.2009 um 09:27


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