Mozarts Titus im Bode-Museum: Große Inszenierung auf dem „Catwalk“

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26.10.2010 >> Berlin News und Veranstaltungen >> Veranstaltungen

Was Echo-Preisträger Christoph Hagel mit Mozarts Oper auf die Bühne (die eigentlich gar keine ist) gezaubert hat, gehört sicherlich mit zum Besten, was er bisher inszeniert hat. Mit dem Abschneiden alter Zöpfe (im wahrsten Sinne des Wortes) scheint neue Kreativität in ihm erwacht sein.

Ein großartiges Ensemble
Titus in seiner Gesamtheit bereitet dem Besucher einen kurzweiligen Abend auf höchstem Niveau. Wie immer perfekt die Berliner Symphoniker, hoch professionell und leidenschaftlich die Sänger, Schauspieler und Tänzer. Vor allem die großartige Stimme des Countertenors Christophe Villa in der Rolle des „Sesto“ prägt diesen Abend mit. Doch auch alle anderen Sängerinnen und Sänger überzeugen nicht nur, sondern sie fesseln und begeistern mit ihren gewaltigen, hochprofessionellen Stimmen.

Das Publikum direkt am „Catwalk“
Titus kommt etwas frivol daher, trotzdem hätte etwas mehr Freizügigkeit der Inszenierung gut getan. Christoph Hagel ist es gelungen Titus aus der sogenannten verstaubten Ecke zu holen und ihn modern auf den „Catwalk“ im Bode-Museum zu bringen. Es gibt keine Bühne, es gibt einen Laufsteg, um den sich die Besucher gruppieren und hautnah dem Geschehen ausgeliefert werden. So nah am Publikum zu sein, das ist für die Künstler eine weitere Herausforderung, die sie meisterlich bewältigen. Einen Schwachpunkt kann man nicht ausmachen.
Christoph Hagels Inszenierung ist mehr als eine Empfehlung wert, auch wenn die Eintrittspreise hoch erscheinen.

Tipp von „Treffpunkt Berlin“
Berlin-Besucher, die wunderbare Musik, eine außergewöhnliche Inszenierung im wunderbaren Ambiente der Basilika des Bode-Museums, ein groß aufspielendes Orchester und meisterliche Stimmen erleben wollen, sollten sich rechtzeitig Tickets besorgen.
Sänger: Titus: Kai-lngo Rudolph(Tenor), Sesto: Christophe Villa (Countertenor), Vitellia: Peggy Steiner (Sopran), Servilia: Cristiane Roncaglio (Sopran), Annio: Monica Garcia-Albea (Mezzosopran),
Publio: Bernhard Hansky (Bass)
Schauspieler: Titus: Matthias Unger, Sesto: Constantin Lücke, Vitellia: Karolina Thorwarth, kleiner Titus: Felix Reimers (9 Jahre alt)
Tänzer: Sesto: Martin Buczkö, kleiner Sesto: Enno Kleinehanding (Kindertänzer der Staatlichen Ballettschule Berlin)
Regisseur und Dirigent: Christoph Hagel, Orchester: Berliner Symphoniker

Titus - Oper von Wolfgang A. Mozart
Bode-Museum, Am Kupfergraben, 10178 Berlin
Premiere: 29. Oktober, 20.30 Uhr, Vorstellungen: täglich bis 6. Dezember 2010 immer um 20.30 Uhr (außer Montag und Donnerstag, 12. November und 3. und 4. Dezember). Oper mit Führung durch das Bode-Museum 18.45 Uhr. Einlass 20 Uhr. Die Oper wird in deutscher und italienischer Sprache gesungen.
Preise:
Oper 53 bis 64 Euro, Kombiticket Oper mit Führung, 67 bis 79 Euro
Tickets: www.titus-im-bode.de, sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen, Kombitickets sind nur im Vorverkauf erhältlich.

Kurz zum Inhalt:
Titus - Liebe, Begierde und Verrat
Rom 79 n. Chr. Die römische Edeldame Vitellia liebt den jungen Kaiser Titus auf fanatische Weise. Als er sie zurückweist, beauftragt die Verschmähte den Höfling Sesto, Titus zu töten. Sesto ist der „Femme Fatale" Vitellia verfallen, Titus aber seit Kindestagen sein engster Freund. Zwischen Begierde und Freundschaft zerrissen, setzt Sesto das Kapitol in Brand und verübt einen Mordanschlag auf Titus. Dieser überlebt, Sesto wird der Prozess gemacht. Als er verurteilt wird, ohne die Geliebte zu nennen, bereut Vitellia ihren perfiden Plan. Zu spät?











 

zuletzt geändert: 26.10.2010 um 15:25


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