Gruselkabinett in Berlin

Berlin Tipps
19.08.2009 >> Berlin News und Veranstaltungen >> Berlin Tipps

Marlit Friedland - Powerfrau bringt Berlin das Gruseln bei
Bei ihrem langjährigen Aufenthalt in Spanien hatte die Berlinerin ein Gruselkabinett kennen gelernt. Als sie dann mit ihrem damals 15-jährigen Sohn zufällig in London ein Gruselkabinett besuchte, stand ihr Entschluss fest, ebenfalls ein Gruselkabinett aufzumachen.

Wenn, dann ein Gruselkabinett in Berlin
Inzwischen war in Berlin die Mauer gefallen und Marlit Friedland wollte wieder zurück nach Berlin. Das war im Jahr 1993. Hier wollte sie ihr Gruselkabinett aufbauen. Für die vielen Sondergenehmigungen waren viele Helfer notwendig, denn sie wollte ihr Gruselkabinett in einem riesigen Bunker direkt am Anhalter Bahnhof installieren. Erst 1995 kam der Mietvertrag zu Stande. Der Bunker war nur eine leere Hülle, ohne jegliche Versorgungsanschlüsse, da diese mit Sprengung des Anhalter Bahnhofs völlig zerstört wurden.

Aufwändiger Umbau
Der Umbau musste von Marlit Friedland privat finanziert werden. Gewaltige Investitionen waren notwendig um den Bunker mit Wasser- und Entwässerungsinstallation, Heizungsinstallation, Sanitäranlage, Elektroinstallation, Entrauchungsanlage, Brandmeldeanlagen, Steigleitung, sowie behindertengerechtem Zugang mit Rollstuhlrampe nutzbar zu machen. Nur drei der fünf Etagen des Bunkers durften von Amtswegen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zudem gab es zahlreiche bürokratische Hürden für die Nutzung des Bunkers, dessen Stahlbeton-Mauern 2,13 Meter dick sind.

Kurzgeschichte des Bunkers
Nur zehn Monate, bis 1943, dauerte der Bau dieses Luftschutzbunkers am Anhalter Bahnhof, der mit 3600 Quadratmetern Fläche für 4000 Menschen konzipiert war. In den Bombennächten 1945 jedoch fanden jedoch 12.000 Menschen in diesem Bunker Zuflucht. Nach dem Krieg diente der Bunker für fast 2000 Flüchtlinge als Zwischenstation. Danach nutzte der Senat von Berlin das Gebäude bis zum Mauerfall als Lebensmittel-Reservelager für West-Berlin.

Am Ende siegte die Powerfrau
Seit 1995 führt nun Marlit Friedland die Geschäfte des Gruselkabinetts. Und sie schaffte etwas einmaliges, trotz der unzähligen bürokratischen Hindernisse und der mühsamen Suche nach Geldern für ihre Investitionen schaffte sie es, ein in Deutschland einmaliges Gruselkabinett zu eröffnen.
Der Aus- und Umbau des Bunkers kostete Marlit Friedland 1,5 Millionen Mark, bis die ersten Besucher am 1. Mai 1997 sich in die Welt des Gruselns wagten.

Eine Kurzbeschreibung
Obergeschoss:
Gruselkabinett mit speziellen Gruseleffekten. Ein Spaziergang des Schreckens mit Action, unheimlich lebendigen Szenen, erschreckende Kapuzen Gestalten, einem unheimlichen Friedhof, gruseliges Bunkerlabyrinth, düster, miefig, seltsame Geräusche ... und man weiß nicht, ob da vielleicht irgendwo wer ist ...
Erdgeschoss:
Das Figurenkabinett mit sich bewegenden Figuren. Spektakuläre Medizinszenen alter Zeiten. Die mittelalterliche Beinamputation, die Lendenoperation, wobei der Patient an den Füßen aufgehängt wurde. Der patentierte Scheintodsarg mit Untoten ... die Scheintoten erwachen zum Leben ...
Untergeschoss:
Die historisch interessante Bunkerausstellung. Wir stellen die Fundsachen aus dem Bunker aus: Von alten Zeitungen aus den Kriegsjahren, über Parfümfläschchen „Weißer Flieder“ bis zum Bombensplitter. Dazu anonyme, hinterlassene, persönliche Gegenstände. Außerdem Luftaufnahmen der Alliierten, Restaufnahmen vom Führerbunker, alte Bunkerbaupläne von 1943 und ein Bunkerwanddurchbruch.

Eintrittspreise in Euro:
Erwachsene 8,50, Schüler bis 14 Jahre 5,50, bis 17 Jahre 6,50.
Nicht empfohlen für Kinder unter zehn Jahren!
Öffnungszeiten:
Montag 10 bis 15 Uhr, Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag von 12 bis 20 Uhr, Mittwoch geschlossen.
Fällt ein Feiertag auf einen Montag ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Adresse und Anfahrt
Gruselkabinett im Luftschutzbunker am Anhalter Bahnhof
Schöneberger Straße 23A, 10963 Berlin-Kreuzberg
Anfahrt: S-Bahnhof Anhalter Bahnhof, U-Bahn U1 bis Gleisdreieck, Busse M29 und M41. www.gruselkabinett.de

Wir werden in der Rubrik „Museen“ noch ausführlich über das Berliner „Gruselkabinett“ berichten.

 

zuletzt geändert: 25.08.2009 um 10:00


zurück zur Übersicht