East Side Gallery in Berlin

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08.11.2009 >> Berlin News und Veranstaltungen >> Allgemein

„East Side Gallery“: Die Mauer ist so schön wie nie zuvor – Wowereit dankt den Künstlern
Die aufwändige Restaurierung der „East Side Gallery“ wurde heute offiziell abgeschlossen, auch wenn noch einige Bilder nicht ganz fertig sind. Die Wiederbemalung der 106 Motive an der Berliner Mauer am Friedrichshainer Spreeufer verzauberte heute die Gäste der offiziellen Übergabe, an der Spitze Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Damit wurde einer der bedeutendsten Touristen-Magneten Berlins gegenüber der O2-World und der Oberbaumbrücke.

Treffpunkt-Berlin hat Klaus Wowereit auf seinem Rundgang begleitet, aber noch vor Beginn der Veranstaltung, wunderschöne Mauer-Grazien entdeckt, die in Klamotten gesteckt wurden, die mit Bildern der „East Side Gallery“ bemalt wurden. Treffpunkt Berlin zeigt seinen Lesern eine große Auswahl der fertigen Bilder. Doch die besten und schönsten Eindrücke bekommt man dann, wenn man seinen Berlin-Aufenthalt mit einem Besuch der größten Open-Air-Galerie der Welt krönt.
Am einfachsten erreicht man die „East Side Gallery“ mit der U1 (Haltestellen Schlesisches Tor oder Warschauer Straße).

Zur Erinnerung
118 Künstler aus 21 Ländern hatten im Jahr 1990 in einer spontanen Aktion ein einzigartiges Gesamtkunstwerk geschaffen. Es dokumentiert ihre Freude, dass Freiheit, Demokratie und Menschenrechte die Mauer als Symbol der Teilung überwunden hatten.
Das längste noch erhaltene Stück Berliner Mauer gilt als größte Open Air Gallery der Welt und zieht täglich zwischen 2000 und 3000 Besucher an, das sind mehr als eine Million in jedem Jahr.
Einige Zahlen und Fakten

  • 99 der 106 Motive wurden wieder hergestellt
  • 94 Künstler wurden ausfindig gemacht
  • 87 Künstler haben an der Restaurierung 2009 teilgenommen
  • 17 Bilder wurden von anderen East-Side-Künstlern nachkopiert
  • 6 Künstler sind bereits verstorben
  • 6 ursprünglich bemalte Flächen wurden in den Ursprungszustand vor 1990 versetzt
  • 4 Künstler haben für die Restaurierung ihres Bildes andere East-Side-Künstler beauftragt

 

Geschichtlicher Hintergrund
Von Januar bis September 1990 entstand die „East Side Gallery“ als eine spontane Kunstaktion, die aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung 1991 unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Die Künstlerinitiative „East Side Gallery“ e.V. kämpft seit 1996 um den dauerhaften Erhalt dieses einzigartigen, noch original erhaltenen Teiles der Berliner Mauer. Es erfolgten mehrere Restaurierungs- und Wiederherstellungsaktionen der Bilder. Im Jahr 2000 wurden mit Sponsorenmitteln der „Maler-und Lackiererinnung Berlin“ und dem „Verband der deutschen Lackindustrie e.V.“ 330 Meter Beton saniert und 43 Bilder neu gemalt. Zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof entlang der Mühlenstraße im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain liegt der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer.

Die „East Side Gallery“ besteht
- aus 106 Bildern
- auf 832,5 Beton-Elementen mit einer Breite von jeweils 1,20 Metern.
- Sie hat eine Höhe von 3,60 Meter und
- eine Gesamtlänge von 999 Meter

Wiederherstellung der Bilder
In Recherchen konnten die Adressen der Maler von 94 Bildern ausfindig gemacht und Kontakt zu ihnen hergestellt werden. Die Maler von sechs Bildern sind inzwischen verstorben, zu sechs weiteren Künstlern
konnten keine Kontaktdaten ermittelt werden.
Alle Künstler wurden angeschrieben, und es wurden ihnen Vereinbarungen zur Wiederherstellung ihrer Bilder für eine einheitliche Aufwandsentschädigung von 3000 Euro sowie einen Zuschuss für die Verpflegung während ihres Aufenthalts angeboten. Künstlern, die nicht in Berlin wohnen, wurden die Fahrt- und Unterkunftskosten erstattet. Für die ausländischen Künstler wurde für die Dauer ihres Aufenthalts eine Krankenversicherung abgeschlossen. Künstler aus der Russischen Föderation erhielten eine Einladung mit Verpflichtungserklärung gegenüber der Ausländerbehörde zur Ausstellung eines Visums.
Am 14. April 2009 begannen die ersten Maler. Sie benötigten im Durchschnitt elf Tage für die Wiederherstellung ihres Bildes, wobei die Dauer im Einzelnen sehr unterschiedlich war. Manche Bilder wurden in zwei Tagen gemalt – ein Bild dauerte gar 38 Tage.

Daran beteiligt waren 87 Künstler
25 Künstler aus Berlin, 27 Künstler aus dem übrigen Deutschland. 35 Künstler haben Ihren Wohnsitz im Ausland: aus Ungarn 11, aus Spanien 1.
Frankreich 5, Slowakische Republik 1, Russische Föderation 4, Schweiz 1,
USA 3, Schweden 1, Großbritannien 2, Japan 1, Portugal 2, Indien 1, Dänemark 2.

Schutz der fertiggestellten Bereiche
Die fertiggestellten Bilder wurden mit einem matten Schutzlack beschichtet, der eine Beseitigung von Graffiti ohne Beschädigung der Bilder ermöglicht. Es erfolgen täglich Kontrollgänge. Festgestellte Graffiti werden in der Regel am folgenden Tag beseitigt. Zur Verbesserung der Information der Touristen über den Denkmal- Status des Bauwerks wurden Informations-Tafeln aufgestellt.

Kosten und Finanzierung: bewilligte Mittel 2.174.000 Euro
Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ 954.000 Euro, Eigenmittel des Bezirks 106.000 Euro.
Mittel der „Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin“ 985.000 Euro, Mittel des „Mauerfonds“ 129.000 Euro.



 
 
 
 
 

zuletzt geändert: 08.11.2009 um 10:55


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