Cosi fan tutte mit Alfred Biolek und Astrid Kessler

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04.11.2009 >> Berlin News und Veranstaltungen >> Veranstaltungen

Christoph Hagels „Cosi fan tutte“: „Sex, Lügen & TV“ - mit Alfred Biolek und Astrid Kessler

Christoph Hagel
1997 führte der Dirigent und Regisseur Christoph Hagel Mozarts Oper „Don Giovanni“ im „Technoclub E-Werk“ an der Wilhelmstraße in Berlin Mitte auf. Erstmals trafen sich in der – heute legendären – Produktion Hochkultur und Clubszene. Das „E-Werk“ schloss danach seine Pforten, Hagel zog weiter in Zirkuszelte, Gebetshäuser, U-Bahnhöfe und Museen. Nach zwölf Jahren kehrt er an diesen für Opern ungewöhnlichen Ort in der Wilhelmstraße zurück und zeigt ab 18. November seine neueste Opernarbeit: Mozarts „Cosi fan tutte“ – mit dem Untertitel „Sex, Lügen & TV“.

Erneut wagt Hagel die Melange der Genres. Das E-Werk, der älteste erhaltene Kraftwerksbau in Deutschland, in dem die Berliner Clubszene viele ihrer weltweit legendären Parties feierte, wurde 2006 als „ewerk“ revitalisiert, blieb aber für die Öffentlichkeit geschlossen. Zum wiederholten Male öffnet nun Christoph Hagel einen für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Ort für eine seiner Opern: Das „ewerk“ wird zur Kulisse von Mozarts erotischer Wette „Cosi fan tutte“ (So machen’s alle). Gewettet wird bei Mozart bekanntlich auf die Untreue der Mädels.
Hagel erzählt Mozarts Seitensprungoper „Cosi fan tutte“ im Herzen der Party-Hauptstadt und lässt auf der Bühne die Seelentiefe der Oper auf eine pornografisierte Amüsiergesellschaft treffen.

 

Die „TOCC Concept GmbH“ hat für diese Produktion aufwändige Auditions durchgeführt und wird im „ewerk“ junge, internationale Sänger, Tänzer und Darsteller präsentieren. Es spielen die Berliner Symphoniker unter der Leitung von Christoph Hagel. Mozarts original aufgeführte Musik wird kongenial ergänzt durch moderne Sprechtexte und multimediale Installationen.

Cosi fan tutte
1790 verfassten Lorenzo da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart die Geschichte einer unsagbaren Wette: „Cosi fan tutte“. Zwei Offiziere umgarnen und umspielen die Frau des jeweils Anderen mit dem Ziel, ihr das Eheversprechen zu entlocken. Zum Beweis ihrer (Un)tugend zum Gewinn der Wette.
Eine Geschichte, wie sie medientauglicher nicht sein könnte. Das alte Spiel um Geld, Liebe und Sex wird von der heutigen Unterhaltungsindustrie täglich aufs Neue arrangiert. Christoph Hagel inszeniert Mozarts „Ménage à quatre“ als Fernsehshow, deren dramaturgisches Moment in der Wahrscheinlichkeit des Fremdgehens liegt. Den Blick auf die quotenstarken Herz-Schmerz-Formate gerichtet, schafft Hagel mit Bildreminiszenzen aus Dating-, Kuppel- und Hochzeitsshows eine neue Variante des über 200 Jahre alten Operntextes.

Weitere Informationen
Christoph Hagel konnte für seine Inszenierung junge Stimmtalente, Filmemacher, die Berliner Symphoniker und niemand geringeres als Alfred Biolek gewinnen, der der Inszenierung eine authentische Poesie verleiht. (Übrigens: Alfred Biolek zieht nun endgültig von Köln nach Berlin.) Ironisch gibt Biolek den Moderator einer TV-Show, wie sie nicht sein sollte. So unterstützt, erzählt Christoph Hagel mit Mitteln des Theaters, des Films und der Musik von der Unmöglichkeit des Richtigen im Falschen. Den Moment der Erlösung überlässt er einzig allein der Musik Mozarts.

 

Hagel, der im letzten Jahr mit „Die Zauberflöte in der U-Bahn“ im U-Bahnhof Bundestag und „Orpheus und Eurydike“ im Bode-Museum für Furore sorgte, beschert dem Publikum zum wiederholten Male an einem ungewöhnlichen Ort ein Opernerlebnis der besonderen Art.
Christoph Hagel inszeniert Mozarts Seitensprungoper als TV-Show mit den Berliner Symphonikern, Alfred Biolek und mit Astrid Kessler, die wir unseren Lesern bereits vorgestellt haben (http://www.treffpunkt-berlin.eu/lieblingsplaetze-der-promis/helmholtzplatz.php).

Die Künstler
Showmaster: Alfred Biolek, Friedrich Liechtenstein
Fiordiligi: Astrid Kessler, Sopran, Carola Reichenbach, Sopran
Dorabella: Uta Runne, Mezzosopran, Dorothee Schlemm, Mezzosopran
Guglielmo: Serge Novique, Bariton, Christian von Oldenburg, Bariton
Ferrando: Alexander Geller, Tenor, Kai-Ingo Rudolph, Tenor
Despina: Carrie Dimaculangan, Sopran, Anna Gütter, Sopran
Alfonso: David Arnsperger, Bariton, Ronald Zeidler, Bass
Musikalische Leitung und Inszenierung: Christoph Hagel
Orchester: Berliner Symphoniker
Choreographie: Manu Laude
Textbearbeitung: Andreas Haß
Sämtliche Fotos von Oliver Wia.

Termine
Premiere: Mittwoch, 18. November, 20 Uhr
Weitere Aufführungen im November:
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag jeweils um 20 Uhr. Samstags: 20.30 Uhr. Sonntags: 18 Uhr. Montags spielfrei.
Eintritt: ab 29 Euro, Tickets: www.cosi-im-ewerk.de und 01805 4470 (14ct/min DTAG; ggf. andere Mobilfunkpreise) sowie an allen Vorverkaufsstellen.
Veranstalter: Tocc Concept GmbH

Anfahrt zum „ewerk“
Zugang Zimmerstraße 92/94, 10117 Berlin-Mitte
100 Meter vom Checkpoint Charlie entfernt
U2 Stadtmitte, U6 Kochstraße, S1, S2, S26 Potsdamer Platz
Bus M48 Friedrichstraße
 

zuletzt geändert: 04.11.2009 um 22:59


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