Berlin / Komische Oper: „Im weißen Rößl“ mit „Parmesan und Partisan“

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04.12.2010 >> Berlin News und Veranstaltungen >> Veranstaltungen

Operetten in der Komischen Oper Berlin sorgen für ein ausverkauftes Haus, auch die Vorstellungen des Singspiels von Ralph Benatzky sind für 2010 bereits ausverkauft. Sebastian Baumgarten, Shootingstar der Opernszene, der im nächsten Jahr den „Tannhäuser“ in Bayreuth inszenieren wird, hat den Versuch gestartet, eine Erfolgsoperette zu entstauben. Es ist ein Versuch geblieben.

„Parmesan und Partisan“
Selten hat eine Inszenierung in der Komischen Oper so von ihren Darstellern gelebt, wie das „Weiße Rößl“ des Sebastian Baumgarten, der es geschafft hat, die Aufführung auf weit über drei Stunden zu strecken. Eine komprimiertere Fassung hätte manche Langatmigkeit vermieden.

Baumgartens politischer Anspruch ist nicht im Ansatz zu erkennen, beschränkt er sich auf Zitate, die zusammenhanglos erscheinen. Er schaffte es, Matthias Beltz, zu früh verstorbener Meister des politischen Kabaretts, mit dessen legendärem Aussage: „Parmesan und Partisan“ ohne zwingende Zusammenhänge auf die Bühne zu bringen.

Erstklassige Besetzung
Das „Weiße Rößl“ lebt von seinen großartigen Darstellern, allen voran Max Hopp (Leopold), Dagmar Manzel (Josepha Vogelhuber), Peter Renz (Sigismund), Christoph Späth (Rechtsanwalt Siedler), aber auch vom besten Opernchor Berlins, dem Chor der Komischen Oper, und vom besten Opernorchester Berlins. Auch die großartig besetzen Nebenrollen mit Dieter Montag als Trikotagenfabrikant Giesecke und Irm Herrmann als Kaiser tragen letztendlich zum Erfolg des „Weißen Rößls“ in der Komischen Oper Berlin bei.

Mit Witz und Charme - die Hauptdarsteller
Überragend Max Hopp und Dagmar Manzel die durch tolle Stimmen und enormer Kondition über die Bühne wirbeln und für allerbeste Unterhaltung sorgen. Witzig die Besetzung des Sigismund mit dem kleinen, eher rundlichen Peter Renz als schöner Sigismund, perfekt Christoph Späth als Rechtsanwalt Siedler in Unterhose - beide gehören zur Stammbesetzung der Komischen Oper.

Mitklatschgefahr in der Oper
Natürlich lebt das „Weiße Rößl“ von seinen berühmten Liedern, das Publikum ist unsicher ob es mitsingen soll, Mitklatschgefahr allenthalben, die Akteure sind mitreißend vor gewöhnungsbedürftiger Kulisse.
Die Ohrwürmer „Was kann der Sigismund dafür“, „Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden“ oder „Die ganze Welt ist himmelblau“ kennt wohl jeder. Und so schwelgt das ältere Publikum genüsslich auch in Erinnerungen.

Weitere Vorstellungen: Sonntag, 2. Januar 2011, 16 Uhr, Freitag, 7. Januar 2011, 19.30, Sonntag, 9. Januar 2011, 19 Uhr.
Komische Oper Berlin, Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin -
Tickets und weitere Informationen: komische-oper-berlin.de. 
 

zuletzt geändert: 04.12.2010 um 08:34


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